Ex-Rocker will nicht in den Knast

Von: Wolfgang Schumacher
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justizzentrum landgericht aachen
Der Prozess geht am Freitag weiter. Foto: dpa

Aachen/Düren. Er habe seinem früheren Leben mit den Rockern in Düren und in Aachens abgeschworen. Es sei endgültig vorbei, hat Arnaud M. am Dienstag vor der 7. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht versichert.

Der jetzt 30-jährige ehemalige Türsteher backt im Moment offenbar im wahren Wortsinn kleine Brötchen, er helfe seiner Mutter in einem Stehcafé beim Belegen und dem Verkauf derselben, hatte seine Anwältin vor Gericht berichtet. Arnaud M. will als ehemaliges Mitglied des Dürener Motorradclubs Bandidos – er war in der Untergruppe der „Bantus“ organisiert – nichts mehr mit den Rockern zu tun haben. Gleichwohl muss er sich derzeit mit seiner Vergangenheit beschäftigen.

So gehörte er offenbar zu einer Gruppe von neun bis zehn Personen, die in der Nacht zum 22. November 2015, einem Sonntag, in dem beliebten und gut besuchten Café Madrid in der Pontstraße „Stress“ gemacht hatten. Hier soll M. einen Gast aus nicht ersichtlichen Gründen einfach in den so genannten Schwitzkasten genommen und ihn bis zum Kollegen Türsteher am Eingang geschleift haben.

Während der Rocker-Aktionen im Café Madrid war ebenfalls ein Mann an der Theke mit brutaler Gewalt vom Hocker geschlagen und dann nach nebenan in das so genannte Barock-Zimmer geschleift worden. Es stellte sich heraus, dass das Opfer behindert ist, der Mann leidet an den Folgen einer Kinderlähmung.

Des Weiteren wird Arnaud M. in diesem Zusammenhang vorgeworfen, nach den Übergriffen noch einschüchtern auf das Opfer eingewirkt zu haben. Die mutmaßlichen Taten in Aachen bestreitet Arnaud M., das mit dem Schwitzkasten sei anders gewesen, man könne dies auf einem Video aus der Überwachungskamera nachvollziehen.

Die Vorwürfe aus Düren, nach denen er bei der Einschüchterung eines Zeugen, der gegen die Bandidos aussagen wollte, dabei war und die erpresserische Abzocke eines Dürener Kleindealers war vom Bundesgerichtshof moniert worden und muss nun in Teilen neu entschieden werden.

Dreimal in U-Haft

Für die Taten aus dem Jahre 2013 und 2014 hatte Arnaud M. dreieinhalb Jahre Haft aufgebrummt bekommen und saß deswegen bereits drei Mal in U-Haft, jedes Mal hatte man den Ex-Rocker kurz vor Weihnachten festgesetzt und eingesperrt. „Ich wäre erleichtert, wenn das dieses Jahr nicht wieder passiert“, sprach die Kölner Anwältin Jutta Frommhold bei Richter Beneking, dem Vorsitzenden der Kammer, vorsorglich vor.

Die Dürener Taten hatte Arnaud M. zugegeben und sie bedauert. Er sei nun ein anderer Mensch, versicherte er. Der Prozess geht am Freitag weiter.

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