Ex-Rocker: Wieder mehrere Jahre Haft wegen Erpressung

Von: Wolfgang Schumacher
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Symbol Bandidos Rocker Foto: Marius Becker/dpa
Am Freitag sprach die 7. Große Strafkammer am Aachener Landgericht erneut ein Urteil gegen den Ex-Bandido aus, er muss aber nicht direkt wieder einsitzen. Symbolfoto: Marius Becker/dpa Foto: Marius Becker/dpa

Aachen/Düren. Ex-Rocker Arnaud M. (30) wollte nach dreimaliger „Einweisung“ nicht schon wieder kurz vor Weihnachten ins Gefängnis. Drei Mal war das in den letzten Jahren von den Gerichten angeordnet worden, weil er sich wegen Taten in Düren und jetzt auch in Aachen zu verantworten hatte. Am Freitag sprach die 7. Große Strafkammer am Aachener Landgericht erneut ein Urteil gegen den Ex-Bandido.

Er muss aber nicht sofortt wieder einsitzen - der Haftbefehl ist noch ausgesetzt. Dreieinhalb Jahre erhielt M. wegen verschiedener Taten, darunter zweifache gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung und verschiedene Versuche der Nötigung, um Zeugen zu Falschaussagen vor Gericht zu veranlassen.

Die schwerwiegenderen Taten hat M. nach Auffassung der Kammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Beneking in Düren begangen. Dort hatte der noch als „Prospect“ (Anwärter) des Motorradclubs „Bandidos“ daran mitgewirkt, Zeugen einzuschüchtern, die bei anstehenden Prozessen gegen die Rocker-Gruppierung der „Bantu“ und der „Bandidos“ falsch oder eben gar nicht aussagen sollten.

Behinderten bedroht

Hinzu kam die gewalttätige „Abzocke“ eines Kleindealers, dem Arnaud M. gemeinsam mit anderen Tätern im Jahr 2013 rund 1600 Euro abknöpfte – das Geld wurde unter den drei Tätern aufgeteilt.

Die Taten in Aachen, so Beneking am Freitag in der Urteilsbegründung, seien im Gefolge des gefährlichen und gewalttätigen Auftretens einer beinahe zehnköpfigen Gruppe von Rockern im Aachener Café Madrid begangen worden. Die Rocker hatte sich hier Hausrecht angemaßt, schlugen sogar einen Behinderten – der Zeuge gab an, Kinderlähmung gehabt zu haben – vom Barhocker und zerrten ihn in ein Hinterzimmer.

Diese Tat wurde von anderen Rockern begangen, die in einem Parallelverfahren angeklagt sind. M. aber soll das Opfer danach noch bedroht und einen weiteren Gast des Clubs in der Aachener Pontstraße im „Schwitzkasten“ aus dem Lokal befördert haben. Das bestritten die Verteidiger von M., er habe „nur helfen“ wollen. M. hat sich inzwischen von seinem früheren Rockerleben losgesagt.

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