Ex-Polizeipräsident Friedrich Fehrmann mit 94 Jahren gestorben

Von: mh
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Aachen. Sein Leben und Wirken galt vor allem dem Kampf gegen jeden Extremismus und dem Engagement für die Sicherheit der Bürger in der Euregio: Am vergangenen Donnerstag ist Friedrich Fehrmann im Alter von 94 Jahren gestorben.

Als Aachener Polizeipräsident hatte Fehrmann, geboren am 8. November 1920 in Münster, in den innenpolitisch extrem nervösen Jahren von 1971 und 1985 eine Schlüsselstellung bei der Bekämpfung des Terrorismus im Grenzland inne. Der versierte Jurist, Verwaltungsfachmann und engagierte Katholik trug maßgeblich dazu bei, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizeibehörden ausgebaut wurde.

Schon in seiner Jugend engagierte Fehrmann sich als überzeugter Katholik gegen Faschismus und Hass. Als Soldat wurde er 1942 in Russland schwer verletzt und begann, zunächst „kriegsuntauglich“, ein Jurastudium. Kurz vor dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ wurde er jedoch erneut für wehrtauglich befunden – und bald darauf wegen seiner Überzeugungen in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er entging Hitlers Henkern mit der Befreiung durch die Allierten.

Nach seiner 2. Juristischen Staatsprüfung 1948 trat Fehrmann in die Verwaltung des neuen Bundeslandes NRW ein, 1954 wurde er Vize-Polizeipräsident in Gelsenkirchen. Im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Marlene. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Nach einer Zeit bei der Bezirksregierung Arnsberg ab 1958 wurde Fehrmann zum stellvertretenden Polizeipräsidenten in Aachen ernannt. 1971 trat er die Nachfolge des überraschend gestorbenen Polizeipräsidenten Ernst Dundalek an. Mit ihm hatte er zuvor die Arbeitsgemeinschaft der Polizeibehörden aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland installiert, deren Vorsitzender er während seiner Zeit als „PP“ blieb. Bis zu seiner Pensionierung 1985 wirkte er zudem als Vorsitzender der Kommission für öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Euregio Maas-Rhein.

Mit viel Elan stellte er sich den großen Herausforderungen in Gestalt des RAF-Terrors, zeichnete verantwortlich für den Neubau des Polizeipräsidiums in der Soers, das 1981 eröffnet wurde. Als wichtiger Impulsgeber für die internationale Sicherheit wurde Fehrmann mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Orden Officier van Oranje-Nassau der Niederlande sowie der Auszeichnung als Officier de l‘ordre Leopold II. von Belgien geehrt. Auch im Ruhestand setzte Fehrmann sich als Vorsitzender der Kriegsgräberfürsorge gegen faschistisches Gedankengut, für Völkerverständigung und Frieden ein – und widmete sich als Großvater von zuletzt 13 Enkeln mit besonderer Hingabe seiner Familie.

Die Exequien für Friedrich Fehrmann werden am morgigen Mittwoch um 10 Uhr in St. Andreas, Merowingerstraße, gehalten, anschließend findet die Beerdigung auf dem Waldfriedhof statt.

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