Ex-Helfer der Rockergruppe Satudarah auf Bewährung verurteilt

Von: Wolfgang Schumacher
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Seit 2015 ist der Rocker-Club Satudarah bundesweit verboten. Der Niedergang der Motorradgang begann bereits vorher. Symbolfoto: dpa

Aachen. Eine Pumpgun und sogar eine Maschinenpistole hatte einer der beiden wegen Waffen- und Drogenbesitzes angeklagten Helfer der Rockergruppierung Satudarah MC in seinem Zimmer versteckt. Der andere der beiden 25 und 26 Jahre alten Angeklagten fuhr entweder mit seinem eigenen Pkw oder in einem sogenannten Drogen-Taxi Marihuana an Klienten in ganz Aachen aus.

Die kriminellen Handlungen lagen jetzt, als das Verfahren vor der 2. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht eröffnet wurde, gut vier Jahre zurück. So lange hatte es gebraucht, die von den beiden 2013 festgenommen Aachenern gemachten Angaben zum Drogennetz der Satudarah-Rocker in Aachen nachzuverfolgen und den Ring letztlich vollkommen zu zerschlagen.

Im Urteil der Strafkammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen waren die detailliertem Angaben der Männer denn auch der Hauptgrund, warum sie weiter in Freiheit bleiben können – wenn sie sich nichts zu Schulden kommen lassen. Beide wurde wegen Drogenhandels und Drogenbesitzes sowie der eine wegen Waffenbesitzes zu Freiheitsstrafen von je zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

„Wir sind der Ansicht, dass sich beide von ihrem vorherigen Leben losgesagt haben und jetzt mit legalen Tätigkeiten ihren Unterhalt verdienen“, so Klösgen in der Begründung des Urteilsspruchs. „Dabei haben wir beiden angerechnet, dass sie maßgeblich zur Zerschlagung der Rocker-Gruppierung hier in Aachen beigetragen haben“, befand Klösgen, denn ohne die umfangreichen Angaben der beiden Dealer hätte die Behörden die drei Drogenwohnungen im Aachener Ostviertel wohl nicht ausheben können.

„Anreiz für andere Straftäter“

Ebenso war die Staatsanwaltschaft aus den genannten Gründen mit dem Antrag auf bewährungsfähige Strafe in das Verfahren gegangen, „um auch einen Anreiz für andere Straftäter zu geben“, begründete die Staatsanwaltschaft die milden Strafanträge. Die Satudarah-Rocker hatten versucht, Ende 2013 in Aachen einen schwunghaften Marihuana-Handel einzurichten. Den Stoff selber ließ der Satudarah-Chef des Chapters Aachen im niederländischen Kerkrade bei einem befreundeten Dealer kaufen, meistens abgepackt in Paketen zu je einem Kilogramm.

Sodann wurde das Rauschgift auf drei Wohnungen in der Stolberger Straße, dem Adalbertsteinweg und am Europaplatz verteilt, wo man an einer Stelle 50-Gramm-Tüten für den Zwischenhandel abpackte und an einer anderen Grammtütchen für die Endverbraucher herstellte. Um die Waffen mit der passenden Munition allerdings hatte es Streit gegeben, sie waren zu Karneval 2013 plötzlich verschwunden.

Der Komplize, der die Waffen bewachen sollte, bekam umgehend Ärger und wurde so heftig verprügelt, dass er noch in derselben Nacht seine Sachen zusammenpackte und in eine andere Stadt verschwand. Selbst von dem Taxi-Unternehmer, der die Wagen für die Drogenfahrten zur Verfügung stellte, habe er „eine bekommen“, weil man eines der Autos mit einer Beule im Blech zurückgegeben hatte, sagte der Angeklagte während des Prozesses.

Der andere Angeklagte hatte sogar geholfen, eines Nachts am Haarener Kreuz einen unbotmäßigen Kunden zusammenzuschlagen, er war deswegen noch wegen Körperverletzung angeklagt. Beide Seiten erklärten nach dem Urteil, auf Rechtsmittel zu verzichten, das Urteil wurde unmittelbar rechtskräftig.

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