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Ex-Alemannia-Präsident Egon Münzenberg stirbt mit 73 Jahren

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Starb im Urlaub auf Bali im Alter von 73 Jahren: der ehemalige Alemannia-Präsident Egon Münzenberg.

Aachen. Alemannia Aachen trauert um Egon Münzenberg. Wie der Verein mitteilte, ist der ehemalige Präsident der Schwarz-Gelben am Sonntag im Alter von 73 Jahren gestorben. Egon Münzenberg war eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der Geschichte des an Höhen und Tiefen nicht gerade armen Traditionsklubs.

1974 betrat er beim damaligen Zweitligisten die öffentliche Bühne, als ihn sein berühmter Onkel Reinhold Münzenberg, selber 41-maliger Fußballnationalspieler, zu Beginn seiner Präsidentschaft in seine Präsidiumsmannschaft holte. Egon Münzenberg wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Schon in dieser Funktion setzte er sich massiv dafür ein, kräftig in den Kader zu investieren, um den Aufstieg aus der damals neu gegründeten zweigleisigen 2. Liga in die erste Bundesliga zu schaffen.

Die Ära Reinhold Münzenbergs als Präsident endete bereits 1976. Doch nur zwei Jahre später folgte Egon Münzenberg seinem Onkel im Präsidentenamt, als er Dr. Helmut Heinze ablöste, der nicht mehr kandidierte. In der Saison 1977/78 wäre Alemannia um ein Haar abgestiegen. In dieser prekären Situation wurde der Architekt und Bauunternehmer Anfang 1978 mit nur 38 Jahren die „Nummer 1“ bei der Alemannia.

Egon Münzenberg eilte der Ruf eines „Machers“ voraus. Aber der große Ehrgeiz, mit der Alemannia sportlich erfolgreich zu sein, führte auch dazu, dass der Verein innerhalb von nur drei Jahren die rekordverdächtige Zahl von sieben Trainern beschäftigte. Allerdings qualifizierte sich die Alemannia unter der Führung von Egon Münzenberg und dem damaligen Trainer Erhard Ahmann in der Saison 1981/82 für die neue eingleisige 2. Bundesliga.

Als Präsident leitete er die Geschicke des Traditionsvereins bis 1984 – mit sechs Jahren Amtszeit so lange wie nur wenige Präsidenten in der Geschichte der Alemannia. Sein außergewöhnlicher Rücktritt machte damals jedoch große Schlagzeilen. Als zu dieser Zeit die Bauunternehmung Goffart & Münzenberg, an der Egon Münzenberg maßgeblich beteiligt war, Konkurs anmelden musste, zog er sich nach Kanada zurück und erklärte per Fax seinen Rücktritt als Alemannia-Präsident.

In den folgenden Jahren war Münzenberg unter anderem als Unternehmer in Kanada tätig, besuchte aber auch bisweilen Verwandte im benachbarten Grenzland.

Egon Münzenberg starb im Urlaub auf der indonesischen Insel Bali, wie sein damaliger Vergleichsverwalter, Rechtsanwalt Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning, am Montagnachmittag bestätigte. Mönning hatte mit Münzenberg bis zuletzt engen Kontakt. Im März, so Mönning, wollte Münzenberg Aachen besuchen. Das Schicksal der Alemannia habe ihn indes zeitlebens intensiv beschäftigt – auch aus der Ferne.

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