Evangelische Synode: Neue Impulse für Kirchenjugend

Von: Thorsten Tränkner
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Auf der Suche nach dem richtigen Weg: Die evangelische Kreissynode beschäftigte sich mit der Kinder- und Jugendarbeit. Dabei kamen die Jugendlichen zu Wort und fanden manch kritisches Wort. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Kirche hat Schwierigkeiten, die Jugend zu erreichen. Auch evangelische Christen lassen sich häufig nach der Konfirmation in der Gemeinde und erst recht im Gottesdienst nicht mehr blicken.

Grund genug für den Kirchenkreis Aachen, die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit ins Zentrum der diesjährigen Synode zu rücken. „Wir sind aufgefordert, eine gemeinsame Jugendarbeit zu entwickeln und nicht abzuwarten, bis überall die Lichter ausgehen. Die Zeit ist reif, gemeinsam einen Schritt weiter zu gehen“, mahnte Superinendent Hans-Peter Bruckhoff vor knapp 100 Vertretern der knapp 81 000 evangelische Christen im drittgrößten Kirchenkreis der Rheinischen Landeskirche.

Junge Experten gefragt

Wer Jugendliche verstehen will, lädt am besten die versiertesten Experten ein: die Jugendlichen selbst. So bat Jugendreferent Axel Bücker nicht nur Landesjugendreferentin Simone Enthofen zur Synode, sondern eine Gruppe junger Gemeindemitglieder aus Zweifall und der Aachener Friedenskirche. Sie gestalteten zunächst einen für manchen leicht ungewohnten Jugendgottesdienst mit Rockelementen und Poetry-Slam. Eine erste Probe auch im Sinne des Jahresberichtes des Superintendenten, in dem von Offenheit gegenüber Neuem die Rede war. Auch im direkten Gespräch lobte er die Impulse der Kirchenjugend, die auch in einer Talkrunde erläutert wurden – und in einem besonderen Vortrag: Eine Kappe namens „Paul“ bekam die Aufgabe, Dinge anzumahnen, die man der eigenen Leitungsebene vielleicht sonst nicht gerne direkt sagt.

„Die Bibel müssen wir nicht immer ausgelegt bekommen, sondern können Sie selbst diskutieren und für die Zeit lebendig machen“, sagt Lukas Lobert von der Friedenskirche – und fordert auch mehr Interaktion ein. Hans-Peter Bruckhoff zeigt sich inspiriert: „Eure Themen sind sind im besten Sinn evangelisch. Ich bin auch als Theologe etwas erschrocken, wie pastoral ich geworden bin.“ Die Rolle des Pfarrers als autoritäre Lehrinstitution mit Deutungshoheit in der Gemeinde sei „Produkt eines speziellen Zeitgeistes“, könne aber im Wandel der Zeiten hinterfragt werden. Lukas fühlt sich verstanden: „Das ist jetzt genauso angekommen, wie es gemeint war!“, ruft er begeistert dazwischen: Jugendpfarrerin Simone Enthöfer pflichtet bei: „Die Grundidee, der Pfarrer werde ja dafür bezahlt, dass er mir das auslegt, reicht nicht mehr. Partizipation zählt.“

Nach der Konfirmation müsse die Gemeinde nach Meinung von Kreisjugendreferent Axel Bücker den Übergang mit Jugendgruppen aktiv gestalten und die Jugendlichen anbinden: „Spaß, Sinnvolles tun und hier eine Heimat finden ist erstmal mehr wert als 500 Bibelstunden. Gemeinschaft steht im Mittelpunkt. Ihr seit da die besseren Übersetzer.“

Allein: Mit diesem Thema befasste sich eine Kreissynode laut Superintendent bereits 1996. Daher bleibt in der evangelischen Kirche die Hoffnung, dass trotz der angespannten Finanzlage im Kirchenkreis, die Jugendarbeit nunmehr aktiv vernetzt und gefördert wird. Denn wer geht, kommt oft nicht wieder. Und die vom Hans-Peter Bruckhoff angesprochenen Lichter sollen ja nun wirklich nicht ausgehen.

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