Evangelische Stiftung spendet 40.000 Euro für junge Flüchtlinge

Von: Christiane Chmel
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Schulterschluss der Hilfe: Pfarrer Martin Obrikat (l.) und Burkhard von Mangoldt (r.) von der Evangelischen Stiftung für Diakonie und Kirche überreichten wichtige Spendengelder an Horst Kreutz, Leiter der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Brand (2.v.l.), und Udo Wilschewski, Leiter des Zentrums für soziale Arbeit Burtscheid. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Allein im vergangenen halben Jahr haben 286 Jungen und fünf Mädchen Schutz und Hilfe in Aachen gesucht. Die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge wurden von der Jugendhilfe der Stadt Aachen aufgenommen und betreut. Und die Zahl der Flüchtlinge reißt nicht ab: Jeden Tag erreichen weitere Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren die Kaiserstadt. Ihre Zukunft ist ungewiss.

Für ihre Arbeit konnten zwei Jugendhilfeeinrichtungen jetzt Spendenchecks der Evangelischen Stiftung für Kirche und Diakonie im Kirchenkreis Aachen entgegennehmen. Das Zentrum für soziale Arbeit in Burtscheid und die Kinder- und Jugendhilfe Brand erhielten 30.000 beziehungsweise 10.000 Euro.

Das Geld stammt aus einer Spendenaktion, die die Stiftung im Advent organisiert hatte, um die Hilfe für junge Flüchtlinge zu unterstützen. „Nicht nur das überaus erfreuliche Spendenergebnis, sondern auch die vielen positiven Rückmeldungen und Hilfsangebote, die wir bekommen haben, zeigen die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und die Offenheit, unbegleiteten Flüchtlingen ein gutes Willkommen zu ermöglichen“, betonte Pfarrer Martin Obrikat, Vorstand der Stiftung. 25 000 evangelische Haushalte im Kirchenkreis Aachen waren angeschrieben worden.

Oft Monate oder Jahre unterwegs

Das Zentrum für soziale Arbeit hat die Erstaufnahme der jungen Flüchtlingen übernommen, die meist viel Schreckliches erlebt haben und oft Monate oder gar Jahre unterwegs waren. Das ehrenamtlich organisierte Café Welcome im Zentrum für soziale Arbeit steht ihnen als erste wichtige Anlaufstelle zur Seite, um sie alters- und situationsgerecht zu begleiten. Frische Kleidung, eine Dusche, ein Bett sowie ein gedeckter Frühstückstisch signalisieren ein herzliches Willkommen.

„Das Café Welcome erfährt keine öffentliche Förderung, sondern finanziert sich ausschließlich über Spenden“, erklärte Udo Wilschewski, Leiter des Zentrums. „Deshalb sind wir für die große finanzielle Unterstützung sehr dankbar.“ Neben dem Café Welcome werden auch die Wohngruppen für junge Flüchtlinge des Zentrums durch die Spendengelder unterstützt.

In Brand sollen die Beiträge helfen, ein neues Betreuungsangebot für junge Flüchtlinge aufzubauen, die aktuell in Hotels leben, nicht beschult werden und keine oder nur eine geringe Tagesstruktur und Ansprache haben. „Dieser jungen Menschen wollen wir uns annehmen“, betonte Horst Kreutz, Leiter der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Brand. „Wir bieten bislang 15 von ihnen von montags bis freitags eine feste Tagestruktur mit Sprachkursen und gemeinsamen Aktivitäten.“

Pfarrer Obrikat zeigte sich beeindruckt von der engagierten Hilfe der evangelischen Jugendeinrichtungen und begründete das Engagement der Stiftung: „Flucht ist kein Verbrechen. Flucht ist Menschenrecht. So hat es die Kreissynode Aachen 2013 formuliert.“

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