Aachen - Evangelische Genezareth-Kirche feiert Richtfest

Evangelische Genezareth-Kirche feiert Richtfest

Von: Maximilian Grönegräs
Letzte Aktualisierung:
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Festakt im Rohbau: Pfarrer Mario Meyer freut sich auf die Fertigstellung der evangelischen Genezareth-Kirche.

Aachen. „Ein Ort der Ruhe, Besinnung und des Ausgleichs, aber auch der Begegnung, der Feste und des Jubels“, so beschrieb die Aachener Bürgermeisterin Margrethe Schmeer die wichtigste gesellschaftliche Funktion der evangelischen Genezareth-Kirche.

Im gerade erst fertiggestellten Rohbau an der Vaalser Straße hat die evangelische Kirchengemeinde jetzt Richtfest gefeiert. Bei der Veranstaltung war neben den Vertretern von Kirchengemeinde und Kirchenkreis auch die Berliner Architektin Gesine Weinmiller anwesend, die den Bau entworfen hat – im Übrigen derzeit der einzige Kirchenneubau im Gebiet der evangelischen Kirche im Rheinland.

Die Bauarbeiten hatten im Januar dieses Jahres begonnen. Der Grundstein wurde Anfang April gelegt. Sowohl das Budget von 4,5 Millionen Euro, als auch der Zeitrahmen seien bis jetzt eingehalten worden, hieß es. Im April 2018 soll das Gebäude fertiggestellt werden. Der Eröffnungsgottesdienst ist für den Pfingstsonntag, 20. Mai, angesetzt.

Das Besondere an dem Projekt: Die Räumlichkeiten beschränken sich nicht nur auf die Kirche an sich, mit Sakralraum und Kirchturm. Direkt angebaut sind Einrichtungen für die Gemeindearbeit und die Diakonie sowie eine Mitarbeiterwohnung und ein Kreuzgang. „Das hat unter anderem große energetische Vorteile“, erklärte Harald K. Lange, Baukirchmeister der evangelischen Kirchengemeinde Aachen. „Die Kirche ist dadurch außerdem ständig voller Leben und nicht nur ein Ort, den man zu gegebenen Zeiten am Wochenende besucht.“

Für Weinmiller vom gleichnamigen Architekturbüro sei mit dem Auftrag ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen. „Der Neubau einer evangelischen Kirche in der heutigen Zeit ist schon etwas Ungewöhnliches“, sagte sie. „Die meisten Kirchen in Deutschland wurden vor rund 450 Jahren errichtet.“ Mit ihrem Gebäude wolle sie etwas völlig Neues erschaffen, ohne dabei jedoch traditionelle Elemente zu vergessen. So gibt es ein Hauptschiff, die Seitenschiffe und die Apsis.

Für große Diskussionen mit den Gemeindemitgliedern hat allerdings Weinmillers völliger Verzicht auf Fenster gesorgt. Diese wurden durch zahlreiche im Mauerwerk integrierte Lichtschächte ersetzt, deren hoch gelegenen Öffnungen aus dem Inneren der Kirche nicht zu erkennen sind. Sie sollen für eine vollkommene Harmonie aus Raum und Licht sorgen.

Die besondere Atmosphäre kam bereits während des Richtfests eindrucksvoll zum Tragen: Während der Ansprachen änderten sich die Lichtverhältnisse ständig. Weinmiller äußerte ihre Erleichterung darüber, dass sie die Gemeinde am Ende doch noch von ihrer Idee überzeugen konnte. Ob sie denn selber mit dem fertigen Rohbau ihres Entwurfs zufrieden sei? Die Architektin muss schmunzeln. „Ich hatte zunächst Angst, dass alles ein bisschen zu klein werden würde, aber jetzt gefällt mir doch das Ergebnis.“

Für all diejenigen, die mit dem Inhalt der Bibel dann doch nicht so ganz im Detail vertraut sind: Genezareth ist der Name eines Sees in Galiläa, im Norden Israels, an dem ein großer Teil des Wirkens Jesu geschah und der in seinem Alltag eine wichtige Rolle spielte. Der Name der Kirche ist das Resultat einer allgemeinen Abstimmung innerhalb der Gemeinde.

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