Evangelische Dreifaltigkeitskirche: Junge Ideen im historischen Raum

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Das historische Gemäuer wartet auf die Ideen der jungen Menschen: Die Sanierung der Dreifaltigkeitskirche an der Zollernstraße ist beendet. 850 000 Euro wurden investiert. Einzug halten wird das spannende Projekt „Junge Kirche“. Foto: Michael Jaspers
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Freuen sich auf viele spannende Ideen für die Dreifaltigkeitskirche: David Offermanns, Redmer Studemund, Moritz Knabe und „Junge Kirche“-Projektleiterin Pia Schneider Foto: Michael Jaspers
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Viel Arbeit: Es gibt einen neuen Fußboden, neue Heizung, neue Technik, zwei Projektionsflächen, Küche, barrierefreie Toiletten, zwei neue Fenster. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Pia Schneider freut sich. Noch läuft die Religionspädagogin an ihrem neuen Arbeitsplatz über Abdeckfolie, die Anschlüsse für die Küche ragen aus der Wand, Sitzgelegenheiten fehlen. Aber sie hat schon ein ganz anderes Bild im Kopf.

„Es wird ein Ort zum Dasein: für die Gottesbegegnung, die Diskussion, das Leben. Ein externes Wohnzimmer mit unsagbar gutem Kaffee“, sagt die 29-Jährige und schaut dabei strahlend durch die Dreifaltigkeitskirche. Nach mehrmonatigem Umbau soll die zweitälteste Kirche Aachens am Samstag, 1. Oktober, als „Junge Kirche“ mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet werden. Am Abend zuvor sind alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 26 Jahren aufgefordert, die „JuKi“ in Beschlag zu nehmen.

Denn genau das ist Bestandteil des Konzeptes „Junge Kirche“: „Hier kann jeder und jede mitgestalten, wer Kirche seinen und ihren Stempel aufdrücken“, erläutert Schneider und meint damit sowohl den Raum als auch die Inhalte. „Ich freue mich, wenn hier mein Büro eingerichtet ist. Aber alles andere wird in Bewegung bleiben, denn Kirche darf nicht stillstehen“, ist sie überzeugt. „Kirche ist, was Du draus machst.“

Den besonderen Wert von Gemeinschaft vermitteln – das erhofft sich auch David Offermanns, Mitglied des Fachausschusses Jugendarbeit und Schule des Gesamtpresbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Aachen, von dem Projekt „Junge Kirche“. „Das ist leider vielen nicht mehr präsent.“

Dass es funktionieren kann, zeigen Moritz Knabe, Tim Begiebing, Fabian Schönborn und Kevin Badalian. Knabe hat jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr in der JuKi begonnen, die anderen drei bilden das ehrenamtliche Leiterteam, das Schneider unterstützt. „Hier habe ich Gemeinschaft erlebt, die ich zuvor nur an wenigen Orten und zu wenigen Gelegenheiten gespürt habe“, so Knabe.

Bei allem Verständnis von Kirche als Gemeinschaft bleibt das Konzept aber offen. „Es soll eine Komm- und Gehkirche sein“, skizziert Schneider. Und Redmer Studemund, Vorsitzender des Gesamtpresbyteriums, ergänzt: „Offene Arbeit mit tiefer Beziehungspflege.“

Mit der Einstellung von Schneider als Leiterin der JuKi sowie der umfassenden Renovierung und Umgestaltung der Dreifaltigkeitskirche – für neuen Fußboden, Heizung, Technik, zwei neue Projektionsflächen, Küche, barrierefreie Toiletten, zwei neue Fenster wurden etwa 850.000 Euro ausgegeben – will die evangelische Kirchengemeinde Aachen auch einem Trend entgegenwirken, wie Studemund erklärte: „G8, aber auch der Personalabbau im Jugendbereich in den vergangenen Jahren haben sich katastrophal auf die evangelische Jugendarbeit ausgewirkt. Um dem entgegenzuwirken, haben wir diese Stelle geschaffen.“

So hat Schneider nicht nur den Auftrag, die Dreifaltigkeitskirche mit jungem Leben und anderer Kirche zu füllen, sondern auch vernetzend zu wirken – zum einen in die verschiedenen Gemeinden hinein, zum anderen auch im ökumenischen Sinne. Kontakte hat Schneider, die seit Mai in Aachen arbeitet, dafür bereits geknüpft. „Es soll sich nun nicht alles an evangelischer Jugendarbeit hier konzentrieren. Die Junge Kirche möchte zum Austausch, zur Ermutigung beitragen“, meint sie.

Der Jugendabend zur Eröffnung der Jungen Kirche in der Dreifaltigkeitskirche beginnt am Freitag, 30. September, um 19.30 Uhr. Es gibt Fotoaktionen, Musik von „uncrook“ und fünf Poetry-Slammer. Der Festgottesdienst zur Wiedereröffnung ist am Samstag, 1. Oktober, um 18.30 Uhr.

Immer donnerstags gibt es ab 19 Uhr das „3Rlei“. Da wird zum Beispiel ein Fotogottesdienst gefeiert (6. Oktober), die katholische Jugend in „karfarna:um“ zum gemeinsamen Taizé-Gebet besucht (13. Oktober) oder die neue Toilette verschönert (20. Oktober). Am 27. Oktober wird für die Ballnacht bei der Nacht der offenen Kirchen (29. Oktober) geübt.

Der erste Samstag im Monat ist der Aktiv-Samstag. Er wird für größere Aktionen oder Ausflüge genutzt. Offene Zeiten ohne festes Programm sind mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr. Dann kann geschwatzt und gechillt werden. Ideen für neue Projekte entstehen dabei sicher auch.

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