„Europan 13“: Spannende Visionen der Stadt von morgen

Von: Martina Stöhr
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Ausstellung „Europan 13“: Prof.Christa Reicher (Vorstandsmitglied Europan Deutschland), Prof.Thomas Tünnemann (Dekan) und Prof.Stefan Werrer. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Für „coole Projekte“ ist der internationale Architektur-Wettbewerb „Europan“ unter Studenten bekannt. Bei einem Vortrag mit anschließender Ausstellungseröffnung bekamen sie Gelegenheit, sich ein Bild von visionärer Stadtentwicklung zu machen.

Unter dem Titel „Die Zukunft des Städtischen jenseits bekannter Wege“ führte Prof. Christa Reicher, Vorstandsmitglied von „Europan“ Deutschland, aus, welche Kriterien bei der Stadtplanung in Zukunft eine Rolle spielen.

Ansichten gehen auseinander

Grundsätzlich gehen derzeit die Ansichten über eine gelungene Planung demnach auseinander. Während die einen sich laut Reicher an historischen Vorbildern orientieren wollen, sagen die andern: „Wir müssen unter Berücksichtigung der Moderne etwas bauen, was langfristig bestehen bleibt.“ Laut Reicher geht es heute aber vor allem darum, „gute Stadträume zu entwickeln, die Bestand haben und die es der Architektur ermöglichen, sich weiterzuentwickeln.“

„Der demografische Wandel, die Energiewende, die Digitalisierung und die Globalisierung werden unsere Städte verändern“, sagte sie. Maastricht sei beispielsweise nach Meinung eines niederländischen Architekten zu einer „Rollator-Stadt“ geworden, weil sich nur noch die Alten die horrenden Mieten in der Innenstadt leisten können.

Andererseits sorge auch die wachsende Armut für ganz neue Stadtbilder, Flüchtlinge in Zelten beispielsweise. Alldem entgegenzuwirken und eine Stadtplanung zu realisieren, die alle in den Blick nimmt, ist laut Reicher die große Herausforderung. „Die Digitalisierung und die Neuen Medien beeinflussen unser Zusammenleben“, sagte sie und zeigte ein Beispiel aus Japan, wo der Verkehrsfluss digital geregelt wird, so dass es keine Staus mehr gibt. Überhaupt ist der Verkehr in den Städten ein großes Thema: Radschnellwege seien eine Antwort auf die Probleme.

Im Online-Handel sieht auch Reichel die größte Revolution seit der Einführung der Selbstbedienungsläden in den 1930er Jahren. „Auch er wird unsere Städte verändern“, sagte sie und sieht eine Neuplanung der Erdgeschosse in den Geschäftsstraßen auf die Architekten zukommen. Auch die Arbeitswelt sei in einer Phase der grundlegenden Erneuerung. Viele Betriebe könnten aufgrund der veränderten Produktionsverfahren wieder näher an die Wohnbebauung heranrücken. Damit würden Anfahrtswege kürzer. Und da sich die urbanen Verhältnisse derart rasant verändern, „muss Stadtplanung flexibel und kreativ sein“, meint Reichel.

Neue Wege beschreiten und zeitgemäße Antworten suchen, ist einer der Tipps, den Reichel den Studenten mit auf den Weg gab. Gefragt sei ein Umdenken, das das Bisherige vom Kopf auf die Füße stelle und umgekehrt. Und Sie sollten immer den Satz „Was wäre wenn…?“, im Kopf behalten, sagte sie weiter und forderte die Studenten auf, auch mal so zu planen, als wenn es die ein oder andere Einschränkung gar nicht gebe.

Ausstellung bis 27. April

In der Ausstellung „Europan 13“ konnten sie sich anschließend entsprechende Planungsbeispiele ansehen. „Europan“ ist der größte europäische Wettbewerb für junge Architekten. Alle zwei Jahre werden sie aufgefordert, sich mit aktuellen Fragestellungen der Stadtentwicklung auseinanderzusetzen. Allein für deutsche Standorte wurden 141 Projekte eingereicht. Insgesamt waren 15 Länder mit 49 Standorten beteiligt.

Die Ausstellung in der Fachhochschule (Brücke) an der Bayernallee richtet ihr Augenmerk auf die deutschen und polnischen Ergebnisse. Sie ist noch bis zum 27. April zu sehen.

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