Europäischer Wettbewerb: „Man kann vergessen, was im Pass steht“

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
12365634.jpg
Sind zu Recht stolz: Die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs sahnten beim europäischen Wettbewerb ab, sehr zur Freude von Christiane Levold und Elke Kraus-Ohler (hinten rechts). Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Gemeinsam in Frieden leben“: Unter diesem Leitmotiv nahmen in diesem Jahr bundesweit über 77 000 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb der Europäischen Bewegung Deutschland teil. Die vielfältigen Beiträge von zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Berufskollegs für Gestaltung und Technik konnten dabei auf Landes- und Bundesebene diverse Preise abräumen.

„Europa bedeutet für mich, dass man vergessen kann, was im Pass steht“, so Jens Baumanns in seiner Rede zum Thema „Wir sind Europa“, mit der er Landes- und Bundessieger wurde und den Preis des Bundestagspräsidenten erhielt. Von der Friedensidee der Gründungsväter spannt sein Beitrag einen Bogen über das „Kreuzfeuer von innen und außen“, unter dem Europa stehe hin zu den gemeinsamen Werten und zur Frage, was es heute bedeutet, Europäer zu sein. Auch seine Mitschülerin Sophia Immendorf hat sich mit den europäischen Werten beschäftigt: Sicherheit, Freiheit, Frieden und Demokratie machen für sie Europa aus.

Zwei weitere Module des Wettbewerbs drehten sich um Gewalt im Alltag, mit einem Fokus auf Gewalt gegen Frauen, und die Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern – betitelt nach dem chinesischen Sprichwort „Frauen tragen die Hälfte des Himmels“. Mit einem Buch, das die Situation von Frauen im Berufsleben früher und heute in kurzen Texten und farbenfrohen Illustrationen nachzeichnet, qualifizierten sich die Schülerinnen Katrin Reimann und Julia Swaczyna für das Bundesfinale.

In Form eines Flyers beziehungsweise eines im Stil einer Kinderzeichnung gestalteten Plakates setzen fünf Schülerinnen das Thema „Gewalt im Alltag“ kreativ um. Neben ihren schulischen und betrieblichen Verpflichtungen entwickelten sie Ideen, um wirkungsvoll auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Die 17- bis 25-jährigen Schülerinnen und Schüler besuchen die Klassen der dualen Berufsausbildung zum Mediengestalter beziehungsweise den beruflichen Gymnasialzweig für Gestaltung am Berufskolleg.

Im Vergleich zu einer eher kommerziellen Ausrichtung im Betrieb erhielten die Mediengestalter durch den Wettbewerb einen Zugang zu politischen Themen, so Schulleiterin Christiane Levold. Die Schüler, die hingegen Vollzeit in der Schule seien, könnten sich so auch einmal realen Aufgaben stellen.

In drei Klassen hat Elke Kraus-Ohler, die unter anderem Politik und Gesellschaftslehre unterrichtet, die drei Themenbereiche des Wettbewerbs besprochen und den Schülern durch Workshops mit Experten nähergebracht. Auf freiwilliger Basis konnten sich die Schüler dann für die Teilnahme am größten und ältesten deutschen Schülerwettbewerb entscheiden.

Der Wettbewerb trage den europäischen Gedanken in die Schulen, so Kraus-Ohler, und ermögliche einen individuellen, kreativen und gestalterischen Zugang zu den Themen. „So bleibt Europa nicht nur eine Sache der Institutionen“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert