Europa-Projekt am Pius: „Dem Fremden begegnen“

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
11744750.jpg
im Zeichen Europas stand auch in diesem Jahr die Begegnung von jungen Leuten aus Aachen, Leipzig und Tschechien. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Austausch, Verständigung und Begegnung stehen im Mittelpunkt des alljährlichen Europa-Projekts am Pius-Gymnasium, das sich in diesem Jahr dem Film und der Fotografie gewidmet hat. Und während insgesamt 116 Schüler aus Aachen, Leipzig und Tschechien in Aachen in verschiedenen Workshops zusammenarbeiteten und gemeinsam Ausflüge unternahmen, kamen sie sich natürlich auch näher.

Meri Meloian aus Leipzig und Franziska Derichs vom Pius-Gymnasium setzten sich mit dem Thema „Dem Fremden begegnen“ auseinander und schätzen dabei ganz besonders, dass sie in dem Workshop selbst die Erfahrung des „Sich-fremd-Fühlens“ machen konnten. Den Austausch unter Schülern vom Pius-Gymnasium, aus Leipzig und aus Tschechien fanden alle gleichermaßen spannend.

Im Aachener Teil des Projekts standen vier Workshops im Mittelpunkt. Darin beschäftigten sich die Schüler mit unterschiedlichen Aspekten von Film und Fotografie. Sie stellten den Bezug zwischen Kunst und Fotografie her, indem sie historische Bilder nachstellten, und sie machten aus Selfies Pop-Art-Kunst ganz im Sinne von Andy Warhol.

Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit Bildern, die um die Welt gingen. Hier erweiterten die Schüler das vorliegende Material um eigene Bilder, die ihnen in Erinnerung geblieben sind. Schon da habe sich gezeigt, dass die Schüler viel im Netz unterwegs sind, meinte Christian Rau als Leiter des Workshops. Darüber hinaus gibt es aber eben offensichtlich auch Fotos, die jedem bekannt sind: Willy Brandts Kniefall in Warschau, die Bombardierung von Bagdad oder die Fotos vom Terroranschlag am 11. September zum Beispiel.

Aber sagen Bilder eigentlich immer die Wahrheit? Auch mit dieser Frage setzten sich die Schüler auseinander. Achim Ferrari, Mitglied der Bezirksvertretung Aachen- Mitte, führte mit einigen Bildern vor, wie wir manipuliert werden und was wir dagegen unternehmen können.

Besonders begeistert war Organisator Norbert Weitz vom Beitrag unseres Fotografen Andreas Herrmann. „Jeder hat gespürt, dass er ein Künstler mit einem hohen Anspruch an sich selbst ist“, meinte Weitz. Herrmann führte die Schülerinnen und Schüler unter anderem in die technischen und physikalischen Grundlagen der Fotografie ein.

Bei aller Ernsthaftigkeit der Themen sollte aber auch der Humor nicht zu kurz kommen. „Deutscher und tschechischer Humor sind unterschiedlich“, meint Adam Miklica aus der tschechischen Stadt Liberec. Aber offensichtlich doch nicht so unterschiedlich, als dass man nicht gemeinsam lachen könnte. Und genau dieses gegenseitige Kennenlernen ohne Vorurteile hat die Teilnehmer am Europa-Projekt ganz besonders begeistert.

Laut Norbert Weitz wird das bereits seit vielen Jahren organisiert, und es finde weit über das Pius-Gymnasium hinaus Anerkennung. Nicht zuletzt wohl auch wegen des großen Engagements von Weitz selbst: Dem gebühre großer Dank, meinten alle Beteiligten des Projekts.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert