Aachen - Eurogress: Neues Marketing mit Restrisiko

Eurogress: Neues Marketing mit Restrisiko

Von: Rauke-Xenia Bornefeld
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Stellten das neue Marketing-Instrument vor: Beatrix Karlsberg und Kristina Wulf,Geschäftsführerin des Eurogress. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Ferien sind für die Verantwortlichen des Eurogress immer eine maue Zeit. „In den Oster- und Herbstferien sind wir noch etwa zu 50 Prozent ausgelastet, in den Sommerferien höchstens zu zehn Prozent“, bestätigte die Geschäftsführerin Kristina Wulf. Ändern soll das jetzt eine Marketing-Aktion mit dem Namen „Pay what you want“ – also „Bezahl so viel du willst“.

Tatsächlich ist das wörtlich gemeint: Für ein festgelegtes Tagungspaket in den nordrhein-westfälischen Oster-, Sommer oder Herbstferien 2015 kann der Veranstalter ganz nach Zufriedenheit und Budget entscheiden, was ihm das Eurogress nach der Tagung in Rechnung stellen soll. Nichts bezahlen geht auch. „Das Risiko gehen wir ein“, meinte Wulf.

Allerdings ist dieses Risiko wohl kalkuliert, denn Erfahrungen aus anderen Bereichen – Musik-Downloads, Museums- oder Zoobesuche – haben bereits gezeigt, dass die Menschen sehr wohl bereit sind, Geld auszugeben, wenn sie den Preis selbst bestimmen können.

Das sind auch die Erkenntnisse von Dr. Markus Kunter. Für die „Research Area TIME“ an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der RWTH Aachen, die sich unter anderem auch mit Innovationsmarketing, Innovationsmanagement und Konsumentenverhalten befasst, hat er zusammen mit Studierenden medienwirksam eine Pay-what-you-want-Aktion des Allwetterzoos Münster begleitet. Dort haben die Kunden zwar deutlich weniger als den regulären Eintrittspreis bezahlt, es sind aber im besuchsarmen Winter deutlich mehr Kunden gekommen als sonst.

Kunter und seine Studierenden haben auch der Idee des Eurogress – entstanden in einem Kreativworkshop für alle Mitarbeiter – zur Umsetzung verholfen. Denn abgucken konnten die Tagungs- und Kongressexperten nirgendwo. „So eine Aktion wurde noch in keinem anderen Veranstaltungszentrum in Deutschland umgesetzt“, sagte Wulf nicht ohne Stolz. „Äußerst innovativ“ nennt Kunter deshalb die neue Marketingaktion des Eurogress.

Angesprochen sind bestehende Kunden, die vielleicht eine neue Veranstaltungsform oder ein neues Thema ausprobieren wollen und dafür noch kein ausgereiftes Budget zur Verfügung haben. „Aber natürlich wollen wir auch Leute ansprechen, die sonst immer glauben, das Eurogress wäre ihnen zu teuer“, so Wulf. Vereine könnte sie sich da zum Beispiel gut vorstellen.

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