Aachen - Eurogress baut rote Zahlen ab und setzt auf Expansionskurs

Eurogress baut rote Zahlen ab und setzt auf Expansionskurs

Von: Robert Esser
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Wachstumsperspektive: Das Eurogress könnte sein Geschäft auf die Vermarktung des sanierungsbedürftigen Neuen Kurhauses an der Monheimsallee ausdehnen. Foto: Michael Jaspers
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Das Geschäft brummt: (v.l.) Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf, Betriebsausschussvorsitzender Klaus-Dieter Jacoby und Wirtschaftsdezernent Professor Manfred Sicking. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das gibt Applaus: Nach 295 Events im Eurogress und den mitverantworteten Veranstaltungsbereichen im Tivoli und auf dem Bendplatz hat Aachens Veranstaltungszentrum im Jahr 2017 knapp 5,1 Millionen Euro eingenommen, das sind 81.300 Euro mehr als erwartet.

Dadurch verringert sich das – seit Jahren obligatorische – Minus an der Monheimsallee unterm Strich auf 1,87 Millionen Euro. Was trotz roter Zahlen durchaus positiv zu bewerten ist. Das Geschäft brummt. Weswegen Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf, Betriebsausschussvorsitzender Klaus-Dieter Jacoby und Aachens Wirtschaftsdezernent Professor Manfred Sicking am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresbilanz auch voll des Lobes waren. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, betonte Wulf.

Angesichts (nahezu) ausgelasteter Kapazitäten steuert man auf Expansionskurs. Längst hat die Führungsriege mehr als ein Auge auf das brachliegende Kurhaus (ehemaliges Spielcasino) nebenan geworfen. Hinter den Kulissen kursieren dem Vernehmen nach bereits fertige Übernahmepläne. Ende April sollen die Verwaltungsentwürfe zur künftigen Nutzung politisch beraten werden, wie Sicking erläuterte.

Alle ursprünglichen Sanierungspläne waren vor Wochen gestoppt worden, nachdem die Umbaukosten für das Neue Kurhaus von bis dahin kalkulierten 25,5 Millionen Euro auf über 38 Millionen explodiert waren. Nichtsdestotrotz: Der Bedarf für mehr Veranstaltungsflächen – im Tagungs- und Kulturgeschäft – ist erkannt. Zumal CDU und SPD in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses sogar eine städtische Übernahme der alten Stahlfabrik Strang in Rothe Erde – Austragungsort des Schrittmacher-Festivals – prüfen wollen.

Selbst in den Veranstaltungsräumen des Tivoli ist mehr los denn je: Im Jahr 2014 zählte Wulf an der Krefelder Straße 23 500 und 2017 bereits 35 900 Besucher – wobei nicht zuletzt Zehntausende Besucher des Weihnachtssingens zu Buche schlagen. Der Umsatz stieg von 680.000 Euro im Jahr 2014 um 20 Prozent auf 842.000 Euro im Jahr 2017.

„Die Beliebtheit des Eventbereichs am Tivoli ist deutlich gestiegen, was mich bei aller Kritik am Gebäude Tivoli besonders zufrieden macht. Jetzt gilt es, dieses Niveau zu halten“, sagte Sicking. Wulf fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, dass man gerade im Dezember noch weit mehr Veranstaltungstage gewinnbringend vermarkten könnte, „wenn dort kein Fußball gespielt würde. Das stört ein wenig.“ Unter den bestehenden Rahmenbedingungen seien die Erträge durch Fremdvermietungen wohl nicht weiter zu steigern, stellte sie fest.

Seit 2007 vermarktet Wulfs Team auch den Bendplatz. Im Jahr 2017 fanden zwölf Veranstaltungen mit 217 Belegtagen (Auf- und Abbautage sowie Veranstaltungstage) statt. An 307 Tagen konnte der Bendplatz als Parkplatz genutzt werden. Neben den beiden großen jährlich stattfindenden Bend-Veranstaltungen gab es Märkte, Zirkusse und Ausstellungen. Der Bendplatz lockte mit diesen Veranstaltungen nach Eurogress-Angaben insgesamt etwa 790.000 Besucher an.

Überhaupt schneidet die Stadt Aachen dank Eurogress im bundesweiten vergleich beim Eventgeschäft hervorragend ab. Die Belegungsraten rangieren deutlich über dem Durchschnitt. Seit Mai 2012 wird eine Anfragenstatistik erhoben, die für das Eurogress 1607 und für den Tivoli 766 (seit Mitte 2013) Anfragen ergibt.

Der Schwerpunkt der Nachfragen kommt mit 48 Prozent aus der Stadt Aachen, neun Prozent kommen aus der Städteregion, 14 Prozent sind regional, 27 Prozent national und zwei Prozent international. Auch hier stellt das Euro-gress wachsenden Bedarf fest. Weswegen Jacoby auch ausdrücklich Wulfs perspektivische Planung goutiert.

Intern habe man sich intensiv – Stichwort Digitalisierung – mit künftigen Anforderungen von Kunden an ein Kongresszentrum wie Aachen beschäftigt. Ein Maßnahmenkatalog wurde ausgearbeitet. „Superschnelles WLAN – also Internet-Surfen für bis zu 2000 Kongressgäste gleichzeitig – haben wir schon umgesetzt“, erklärte Wulf. Auch das gab Beifall der Kunden.

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