Euriade für Jugendliche: Respekt, Austausch und Begegnungen

Von: Max Stollenwerk
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Aachen. Angeregtes Plaudern erfüllt den Raum, wohlige Wärme und ein leckerer Duft stehen in der Luft, das gemeinsame Mittagessen ist in vollem Gange: Auch ein Besuch in der Werkstatt der Lebenshilfe Aachen für behinderte Menschen steht für die circa 90 Teilnehmer aus 22 Nationen im Rahmen der diesjährigen Euriade an.

Werner Janssen, Vorsitzender der Stichting Euriade und vor 39 Jahren Gründer dieses internationalen Kultur- und Wissenschaftsfestivals sagt, dass „Toleranz, Respekt und vor allem Verantwortung im Mittelpunkt stehen“. Passend zum diesjährigen Motto der Euriade „Dem anderen unsere Hand reichen“, erzählt Janssen freudig, dass die „Jugendlichen mit den Mitarbeitern der Lebenshilfe am heutigen Vormittag ein gemeinsames Kunstwerk erstellt haben“.

Die 15- bis 18-jährigen Teilnehmer, die bunt gemischt zusammenkommen und in ihrer Heimat Berufsschulen, Gymnasien und sogar eine Schifffahrtsschule besuchen, sind voll in ihrem Element und es herrscht eine lockere und gelöste Stimmung. Philipp, Ricardo und Emil, allesamt 16 Jahre und Teilnehmer aus Wien, sind von dem Projekt begeistert. Philipp wurde von seinen Lehrern auf das Projekt aufmerksam gemacht und wollte „sofort mitmachen“, während Emil und Ricardo beeindruckt davon sind, „wie problemlos das Zusammenkommen mit den Teilnehmern funktioniert“.

Norbert Zimmermann, Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werkstätten Aachen, ist im nächsten Jahr auch bereits zum zehnten Mal bei der Euriade mit von der Partie und betont die „freundschaftliche Beziehung“. Für den 55-jährigen sei es etwas Besonderes, Teil dieses Austauschs zu sein. Sein wichtigstes Anliegen ist es dabei, „die Menschen mit Behinderung mitten in die Gesellschaft zu holen“, da behinderte Menschen „nach ihren Fähigkeiten und ihrer Menschlichkeit und eben nicht ihren Defiziten beurteilt werden sollten“.

Bevor im nächsten Jahr mit der 40. Euriade ein Jubiläum ansteht, dürfen sich die Teilnehmer in diesem Jahr noch auf ein großes Highlight freuen: Am Freitag, 18. November, wird der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis im niederländischen Kloster Rolduc in Kerkrade mit der Martin-Buber-Plakette ausgezeichnet.

Die nach dem österreichisch-israelischen Philosophen und Pädagogen benannte Auszeichnung haben bereits politische Größen wie Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Gentscher erhalten. Klaus Johannis erhält diese für seine humane Einstellung und sein humanes Auftreten, sowie seine gesellschaftliche und politische Verantwortung.

Nicht nur dieses Erlebnis, sondern der gesamte Austausch in der Euriade werden „die Jugendlichen mit Sicherheit auch für die Zukunft prägen“, ist Initiator Janssen überzeugt vom Ziel des Austauschs. Plötzlich herrscht Aufregung in der Werkstatt: Mehrere Busse fahren auf den Parkplatz, denn ein Besuch bei Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp steht an diesem Nachmittag noch an.

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