Euregio zeigt sich grenzenlos literarisch

Von: Kristina Toussaint
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Aachen. Niederländische, deutsche und belgische Jugendliche beschäftigen sich schon seit Jahren mit Literatur aus der gesamten Euregio.

Der Erfolg des „Euregio-Schüler-Literaturpreises“ hat die Veranstalter darauf gebracht, auch das Erwachsenenprogramm weiter wachsen zu lassen: die Veranstaltungsreihe präsentiert ab Januar spannende Bücher aus allen drei Ländern.

Sechs Romane von zeitgenössischen Autoren stehen für den „Euregio-Schüler-Literaturpreis“ zur Wahl, zwei aus jedem der drei Sprachräume. Um diese Romane drehen sich die 38 Veranstaltungen der beiden verknüpften Projekte. Über gut drei Monate erfreuen Autorenlesungen, Diskussionen und Kritikerrunden das Herz eines jeden Bücherfreundes, bevor am 20. April die 400 Schüler starke, euregionale Jury einen Sieger kürt. „Die Euregio liest“ schafft eine gigantische Verknüpfung zwischen den Bibliotheken und Buchhandlungen des Dreiländerecks: Über 70 sind in der gesamten Region beteiligt und haben die sechs Romane im Angebot.

Ein besonderer Fokus liegt natürlich auf der Sprachenvielfalt des Projekts: „Wir wollen die Fremdsprache über die Grenze bringen“, so Oliver Vogt vom Euregio-Kultur-Verein. Das Konzept der Lesungen: An jedem Veranstaltungsort gibt zunächst der Übersetzer in der jeweiligen Muttersprache einen Romanauszug zum Besten. Danach liest der Autor in der Originalsprache aus seinem Werk. So bekommen auch die Übersetzer endlich einmal einen großen Auftritt, statt immer nur im Hintergrund zu bleiben.

Und Autoren, die im eigenen Land bereits erfolgreich sind, können in den beiden Nachbarländern eine neue Leserschaft gewinnen. Los geht es am 12. Januar in der Aachener Klangbrücke mit der französischen Autorin Maylies de Kerangal und ihrer Übersetzerin Andrea Spingler. Kerangal, die sich im französischsprachigen Raum bereits seit dem Jahr 2000 einen Namen gemacht hat, erzählt in „Die Lebenden reparieren“ („Réparer les vivantes“) 24 Stunden aus einem Krankenhaus: ein junger Surfer wird nach einem Autounfall eingeliefert. Er ist klinisch tot, und es muss entschieden werden, ob seine Organe fortan einem anderen Menschen dienen sollen.

In Kerkrade kann am gleichen Tag einem deutschen Autor und seiner niederländischen Übersetzerin gelauscht werden: Joachim Meyerhoff stellt seinen teils-biographischen Roman „Wann wird es wieder so, wie es nie war“ vor. Die Geschichte eines Jungen, der als Sohn eines Psychatriedirektors im Umfeld Hunderter geistig und körperlich behinderter aufwächst, ist traurig, komisch und teils bizarr zugleich.

Neben dem Verbund der Bibliotheken in der Euregio und dem EuregioKultur Verein sind auch die Universität und das Maison des Langues in Lüttich sowie das Literaturbüro der Euregio beteiligt. „Ein Vorzeigeprojekt, dass die grenzüberschreitende Region zusammenbringt“, schwärmt Angelika Ivens vom Deutsch-französischen Kulturinstitut.

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