Euregio Wirtschaftsschau: Vom Katzenstreu bis zum edlen Elektro-Scooter

Von: Robert Esser
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Bemerkenswerte Bandbreite: Katzenstreu, Klavierstimmer, Strandkorbverkäufer, Trüffel-Carpaccio, Kinderkackhosen, Elektro-Skateboards und auch ganz viel Theater gibt es – unter insgesamt 300 Ausstellern – auf der 31. Euregio Wirtschaftsschau in der Aachener Soers. Foto: Michael Jaspers
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Bemerkenswerte Bandbreite: Katzenstreu, Klavierstimmer, Strandkorbverkäufer, Trüffel-Carpaccio, Kinderkackhosen, Elektro-Skateboards und auch ganz viel Theater gibt es – unter insgesamt 300 Ausstellern – auf der 31. Euregio Wirtschaftsschau in der Aachener Soers. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Spritzer für Spritzer träufelt Alessandra Pipi-Ersatzflüssigkeit in die geschredderten Pflanzenfasern. Jetzt soll‘s klumpen. Tut‘s auch. Alles im Kasten. Die Katzenfreunde an Stand 43a sind begeistert.

Zehn Liter für 8,99 Euro reichen für vier bis sechs Wochen. Prima. Es sei denn, zu Hause miaut ein unkastrierter Kater. Der müsse öfter, erklärt die junge Frau. Und meint das „Nummer 1-Öko-Katzenklo“. Gute Geschäfte kann man auf der 31. Euregio Wirtschaftsschau offenbar in jeder Hinsicht machen. Das Angebot der 300 Aussteller auf dem mehrere Fußballfelder großen Reitturniergelände in riesigen Zelten und auf Freiflächen in der Aachener Soers ist immens – und teils kurios und überraschend.

Zwischen gigantischen Gabelstaplern, bemerkenswert bequemen Betten und tollen Töpfen kann sich hier jeder der über einhunderttausend Besucher bis zum 26. März quasi sein komplettes Eigenheim aus Einzelelementen zusammenbauen lassen. Von der Klobürste bis zur Garage.

Inklusive eines eleganten Elektro-Mercedes B 250e, den es zum Messepreis von 49.866 Euro und 95 Cent gibt. Kein Spruch: Es gibt wohl nichts, was es hier nicht gibt. Gerade zum Thema Elektromobilität: Lars Thüner zum Beispiel stattet fast alles, was Räder hat, mit Elektroantrieb aus. Bis zu 30 Stundenkilometer schnelle Skateboards, Einräder, Scooter und Klappräder. Sein Highlight ist der „K1 Hammer“. „Nur 18 Kilogramm schwer, das ist das Mofa der Zukunft, reiner Elektrobetrieb, davon verkauf‘ ich zehn Stück pro Tag“, schwärmt er. Ab 700 Euro geht‘s los. Reichweite: 30 Kilometer. Bis zur Küste kommt man damit also nicht.

Muss man auch nicht. Denn Strandkörbe in allen Varianten gibt es weitab vom nächsten Strand ebenfalls mitten auf der Euregio Wirtschaftsschau. Mit bis zu 3500 Euro schlägt die Edel-Variante zu Buche. „Im Binnenland werden mehr Strandkörbe verkauft als an allen Küsten zusammen“, rechnet Anbieter Helmut Jentzsch vor. Und hebt sein Sektglas aus dem glänzenden Kühler am selbstgeflochtenen Korbausleger. Apropos Getränke: Da lockt viel Wein, aber auch Aachen-Typisches. Aachener Domkräutertee zum Beispiel oder Klenkes-Bier.

Kulinarisch geht die Reise bei Gastronom Alwin Fiebus von der Fritte für 2,50 Euro über „Os Oche“ (Penne mit Sauerbraten-Gulasch) bis zum Rinderfilet-Carpaccio mit Trüffelsoße für 12,90 Euro. Auch zum Mitnehmen. Mitbringen muss man indes bei Felix Curdes zunächst nichts. Er steht zwar auf der Euregio Wirtschaftsschau, macht aber Hausbesuche. Was praktisch ist, denn Curdes ist Klavierstimmer. Rund 400 Saiten für 90 Euro, ein Schnäppchen. Denn: „Auf die Stimmung kommt es an“, lächelt er. Stimmung machen auch andere, ausnahmsweise gegen etwas – Atomkraft. „Tanzen gegen Tihange“ heißt eines der zahlreichen Events. Klingt kurios.

Ganz traditionell wird in der Eventhalle aber auch Mr. und Miss Euregio gewählt. Wenn sich beide besonders gut verstehen, darf das Paar bald mit Nachwuchs rechnen. So wie Werner Lorenz. In der Zelthalle „Mode & Beauty“ hängen seine „Kinderkackhosen“ in Reih‘ und Glied. Mit Blumen, mit Clowns und mit Totenköpfen drauf. „Die gehen weg wie verrückt“, sagt Lorenz. Für Babys, Eltern sowie Oma und Opa. „Kack“ steht übrigens „kleine aktive coole Kinderhose“. Windeln braucht man trotzdem. Verbraucher aller Art werden also auf der 31. Euregio Wirtschaftsschau fündig. Sie sollten Zeit mitbringen. Allein schon wegen des informativen, unterhaltsamen und absolut actionreichen Rahmenprogramms.

Und wer ganz genau hinschaut, findet sogar einzelne Aussteller, die sich auf dem Reitturniergelände auskennen. Was mit Pferden und Sätteln zu tun hat. Ein Lederpflege-Verkäufer hat nämlich auf Schuhe umgesattelt – will damit aber lieber nicht in der Zeitung stehen. Kein Problem. Über seine aufs Schuhwerk gewichsten Pflegeklümpchen verlieren wir kein Wort...

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