Euphorie regiert über die Erfolgsgeschichte der Ausstellungstrias

Von: Matthias Hinrichs
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Mehr als doppelt so viele Besucher wie erwartet: Drei Monate hat sich alles um Karl gedreht. Die Organisatoren haben am Mittwoch ein eindrucksvolles Resümee gezogen – und auch die Folgen der Schau in den Blick genommen.

Aachen. So viel Karl war nie. Und selten waren so viele Superlative zu hören, kaum je so viel verbales Schulterklopfen quer durchs denkbar breite Spektrum der Macher aus Stadtverwaltung, Hochschule, Domkapitel, Sponsoren.

„Wir haben drei Monate für die Ewigkeit gearbeitet“: So hat Oberbürgermeister Marcel Philipp die Euphorie der Organisatoren angesichts der enormen Wirkung des prallen Präsentationsdreiklangs zum 1200. Todesjahr des Stadtpatrons und ersten „Vaters von Europa“ gestern auf den Punkt gebracht.

Vier Jahre hat allein der Anlauf zum historischen Coup in Sachen „Jahrhundertschau“ (Philipp) in Anspruch genommen, seit der erste Ratsantrag zur Realisierung der spektakulären Hommage an den Stadtpatron und Reichsgründer gestellt wurde. Und nach der heißen Phase des zwölfwöchigen Ausstellungsmarathons im Krönungssaal, dem Centre Charlemagne und der Domschatzkammer haben Kuratoren, Vermittler und Marketingexperten die gesetzte Zielmarke weit übertroffen. 100.000 Besucher sollten es mindestens sein. „Am Ende wurden insgesamt exakt 232.847 Gäste gezählt“, erklärte Kultur- und Bildungsdezernentin Susanne Schwier mit fast feierlicher Miene bei der großen Bilanzpressekonferenz der anderen Art im Ratssaal. „Und es freut mich ganz besonders, dass allein rund 10.000 Schüler die Ausstellungen erlebt haben.“

Zur Erinnerung: Die magische sechsstellige Marke war bereits am 19. August geknackt. Klasse und Masse in – siehe oben – schönster Harmonie: „Über 90 Prozent der Besucher haben begeisterte Einträge über die Qualität der Präsentationen in den Gästebüchern notiert“, frohlockte Philipp. Die Katalog-Pakete gingen in Massen über die Shop-Theken und mussten bald nachbestellt werden. Hoteliers und Tourist-Service verzeichneten enorme Zuwächse an Gästen.

Und natürlich haben Profis wie Laien auch im Wortsinn eifrig mitgeschrieben an der Erfolgsgeschichte der Karlsausstellungen: „Rund 21.000 Postkarten sind im Laufe dieser drei Monate aus Aachen in alle Welt verschickt worden“, resümierte Schwier stolz. „Durch die Berichterstattung in den Feuilletons haben wir einen Werbeeffekt erzielt, der ansonsten nur mit einem Marketing-Aufwand von mehreren 100.000 Euro zu erreichen gewesen wäre“, betonte Philipp. Und verriet immerhin, dass aus den zu erwartenden zusätzlichen Einnahmen nicht nur der städtische Budgetbeitrag von immerhin einer halben Million reduziert werden kann. „Wir planen – so viel kann ich bereits sagen – noch ein Benefizprojekt zur Abrundung.“

Apropos Bonbon: Zumindest die „verlorenen Schätze“ in der Domschatzkammer bleiben den Aachenern und deren Gästen übrigens noch ein Weilchen erhalten: „Wir können die Exponate noch bis 18. Oktober zum üblichen Eintrittspreis zeigen“, erklärte Dompropst Helmut Poqué, der ein ebenso hochzufriedenes Resümee zog wie der OB und nicht zuletzt Norbert Laufs, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, welche die Schau maßgeblich mit ermöglicht hat.

Was bleibt darüber hinaus? Neben dem beachtlichen Effekt für die Außenwirkung der Kaiserstadt dürften die Präsentationen etliche wichtige Impulse zur Diskussion über Wesen und Wirkung der Grundsteinlegung für das Europa von heute – und morgen – leisten, meinen nicht nur die Experten. „Wir haben gezeigt, wie Karl eine gemeinsame Kultur auf dem Kontinent geschaffen hat. Heute müssen wir das gleiche tun, aber unter völlig anderen Bedingungen“, sagte Professor Dr. Max Kerner, Sprecher des wissenschaftlichen Beirats zur Ausstellung.

Und Gelegenheiten, den Fokus in die Zukunft zu lenken, gibt es selbstverständlich weiter: Das Rahmenprogramm zur Ausstellungstrias endet erst im November, unterstrich der OB. Und: „Mancher hat angesichts dieses ganz besonderen Sommers vielleicht noch gar nicht recht verinnerlicht: Mit dem Centre Charlemagne ist auch ein bleibendes Museum für die Stadt entstanden.“ Und das könne und werde sicher dazu beitragen, den Blick auf traditionelle und neue Orte der Macht weiter zu schärfen.

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