Aachen - Etwas andere Seiten bekannter Menschen

Etwas andere Seiten bekannter Menschen

Von: Hans-Peter Leisten
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Talk auf der Grenzlandbühne: Intendant Uwe Brand (links) und Moderator Bernd Büttgens mit einem der drei Gäste, Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer (Mitte). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Man kennt sich, Applaus schon vor der offiziellen Begrüßung, Hände werden geschüttelt, hier und da eine Umarmung. Das Theater als Treffpunkt. Es ist aber eine besondere Einladung, der die Besucher an diesem Sonntagmorgen gefolgt sind.

Es geht diesmal nicht um Inszenierungen wie „Der Diener zweier Herren” oder „Türkisch Gold”, die beim Grenzlandtheater Erfolge feiern. Es geht um „Frischen Wind”, den das Haus angesichts des Intendantenwechsels von Manfred Langner auf Uwe Brandt eigentlich reichlich erfahren hat.

Aber das Theater will mehr, es will sich neben seinem Standbein als Schauspielstätte auch ein Spielbein als regionaler Talk-Treffpunkt erarbeiten. Und dazu sind bei dieser Premiere der etwas anderen Art besondere und zugleich typische Gäste eingeladen worden.

Helmut Etschenberg, designierter Städteregionsrat, Marcel Philipp, Oberbürgermeister in den Startlöchern und Frithjof Kraemer, seit Ende 2006 Geschäftsführer von Alemannia Aachen. Sie alle sind Menschen, die von Amts wegen die Bühne mehr oder weniger suchen, hin und wieder aber einfach auch brauchen.

Das haben die beiden Moderatoren des Vormittags, Grenzland-Intendant Uwe Brandt, und der stellvertretende AZ-Chefredakteur Bernd Büttgens, auch einkalkuliert. Die Rechnung geht auf, denn die Talk-Partner erweisen sich allesamt als sympathisch, schlagfertig und jeder auf seine Art zudem als witzig-souverän.

Dabei hat Etschenberg noch ein Stück Grundlagenarbeit zu leisten. Er selbst bezeichnete den Begriff des Städteregionsrats einst als „Unwort”, ist aber heute mehr denn je von der Notwendigkeit der Städteregion als neuem politischen Verbund von Stadt und Kreis überzeugt.

„Die Kirchtürme hängen niedriger, das bisherige Nebeneinander der Kommunen bringt uns nicht weiter, wenn wir mit anderen Regionen konkurrieren wollen,” trägt er überzeugt und überzeugend vor.

Der Wein-Liebhaber bleibt auf der Bühne auch die Ruhe selbst, als er eine spontane 60-Sekunden-Rede mit den vier Schlüsselbegriffen Öcher Jong, Grenzgänger, Frankreich und Heimat formulieren muss.

Genau wie er weiß auch Kraemer das Podium zu nutzen. Trotz sportlicher Misere und Trainersuche kann der Alemanne lachen. Und er erzählt von der Stadioneröffnung, diesem „völlig wahnsinnigen” Gefühlschaos, von seinem eigenen Einstellungsmarathon und davon, dass er trotz der Stadionfinanzierung sehr gut schlafen kann. Weil: „Wären wir im alten Tivoli geblieben, könnte ich dies bestimmt nicht mehr.” Den Schritt in seine Funktion bereut er jedenfalls zu keiner Sekunde.

Davon geht perspektivisch auch Marcel Philipp aus: „Ich bekomme den besten Job, den man sich als Aachener vorstellen kann.” Darauf bereitet sich der Christdemokrat derzeit vor, „auf beeindruckende Weise fair und kooperativ” von seinem kommenden Vorgänger Jürgen Linden unterstützt.

Manch private Facette

Wie Etschenberg legt auch Philipp ein Bekenntnis zur Kultur - und zum Grenzlandtheater - ab. Er erzählt von seiner Familie, die künftig mitziehen müssen, von den Eltern und Schwiegereltern, die künftig noch mehr Freude an den Enkeln haben würden.

Auch das gehört zum Theater-Talk: Die Besucher lernen manche private Facette der Gäste kennen. Das wird so bleiben. Auch wenn der nächste „frische Wind” durchs Grenzlandtheater weht, das auf gekonnte Art sympathische Eigenwerbung betrieben hat.
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