Aachen - Es kommt Bewegung in die Aachener City

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Es kommt Bewegung in die Aachener City

Von: Stephan Mohne und Oliver Schmetz
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Viel Bewegung auf Aachens Einkaufsmeilen: Die Sogwirkung durch die Eröffnung des riesigen Shoppingcenters Aquis Plaza (Bildmitte) will auch der Moderiese C&A für sich nutzen. Aktuell prüft man alte Pläne, das Modehaus am Willy-Brandt-Platz (oben links) aufzustocken und zu modernisieren. Foto: Avia-Luftbild/Martin Jochum
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Drei Stockwerke auf den Vorbau, eine Etage aufs Dach: Für diese C&A-Pläne gab die Politik vor drei Jahren grünes Licht. Foto: Michael Jaspers
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Nutzt der Kaufhof die Saturn-Immobilie? Noch stehen die 5500 Quadratmeter leer. Foto: Jaspers

Aachen. Im Kielwasser des Flaggschiffes Aquis Plaza wollen auch die Nachbarn auf der Erfolgswelle reiten – auch solche, die schon seit vielen Jahrzehnten am Einkaufsstandort Aachen erfolgreich sind. So macht man beim Moderiesen C&A keinen Hehl daraus, dass man die „positive Entwicklung durch das Shoppingcenter nutzen“ will – zumal der gläserne Neubau an der Adalbertstraße gerade einmal einen Steinwurf vom Traditionshaus am Willy-Brandt-Platz entfernt liegt.

„Wir überprüfen zurzeit noch einmal die vorhandenen Pläne, damit wir die Modernisierung des Gebäudes vornehmen können“, erklärt Claudia Schmidt von der Redevco Services Deutschland GmbH auf AZ-Anfrage. Redevco gehört zur gleichen Holding wie C&A und bewirtschaftet die Immobilien des Moderiesen, C&A ist bei Redevco Mieter. Mit diesem Mieter sei man aktuell, so Schmidt, „im Gespräch mit dem Ziel, eine Strategie zu entwickeln“. Und dabei will man offenbar Gas geben: Zwar könne man noch keine konkreten Zeitpläne vorlegen, doch habe man „den Wunsch, die Modernisierung so zügig wie möglich durchzuführen“, so Schmidt.

An der Zeit wäre es so langsam. Schließlich wurde das Modehaus bereits 1965 eröffnet und zuletzt 1997 saniert. Und die Pläne des Kölner Architekturbüros Zimmermann, den flachen Vorbau am Haupteingang um drei Etagen aufzustocken und auf den gesamten Bau ein weiteres Geschoss aufzusetzen, liegen ja auch schon seit mehr als dreieinhalb Jahren auf dem Tisch – beziehungsweise zuletzt eher wieder in der Schublade.

Im Jahr 2012 waren sie der Politik vorgestellt worden, die dann auch die Änderung des Bebauungsplans beschloss. Doch seitdem tat sich nichts mehr. Dass sich daran nun etwas ändert, glaubt man auch bei der Aachener Stadtverwaltung. Erste Gespräche habe es vor kurzem gegeben, C&A meine es offenbar ernst, ist aus Verwaltungskreisen zu erfahren.

Derweil dreht sich das Einzelhandelskarussell auch an anderen Stellen weiter. Im Zentrum steht dabei die Frage: Wie können die Flächen gefüllt werden, die verwaist sind, weil es die bisherigen Mieter in die neue Galerie gezogen hat? An erster Stelle wäre da der größte durch Aquis Plaza bedingte Leerstand zu nennen – jene 5500 Quadratmeter, auf denen bisher Saturn zu finden war.

Die Immobilie gehört zur Galeria Kaufhof. Diese wiederum war bisher ebenso eine Tochter der Metro wie Saturn. Das hat sich vor wenigen Wochen geändert. Das vor 136 Jahren gegründete Traditionshaus Kaufhof mit seinen 140 Filialen und über 21.000 Beschäftigten ist für fast drei Milliarden Euro an den kanadischen Konzern „Hudson‘s Bay“ verkauft worden. Das dürfte auch für den Standort Aachen Folgen haben. „Hudson‘s Bay“ hat angekündigt, einiges in die Kaufhof-Filialen zu investieren, sie zu modernisieren und teils auch neu auszurichten. Dazu gehört auch, bislang nur in Übersee verfügbare Marken in Deutschland zu etablieren – so etwa die eigene Luxusmarke „Saks“.

Für diese Pläne würde Platz benötigt, der in Aachen in der eigenen Saturn-Immobilie vorhanden ist. Eine Eigennutzung schließt Galeria Kaufhof denn auch nicht aus. Auf Anfrage heißt es aus der Konzernzentrale: „Derzeit erarbeiten und prüfen wir zukunftsfähige Konzepte zur Nutzung der insgesamt rund 5500 Quadratmeter großen Fläche auf drei Ebenen.“

Vorstellbar seien mehrere Szenarien – „von einer kompletten Vermietung bis hin zu einer teilweise eigenen Nutzung“. Die Aussage lässt auch offen, ob der schon länger als Saturn-Nachfolger gehandelte Favorit dort einzieht. Dabei handelt es sich um die irische Modekette „Primark“, die Textilien extrem billig anbietet und sich deswegen insbesondere bei jungen Leuten größter Beliebtheit erfreut.

Während an dieser Stelle noch Fragezeichen hinter der neuen Nutzung stehen, sieht das auf der anderen Seite der Adalbertstraße zumindest teilweise anders aus. Wo bisher die spanische Modekette „Zara“ residierte, sind jetzt die Handwerker zugange. Bald werden Teile der Geschäftsräume neu eröffnet. Dort zieht ein vom Telefonanbieter Vodafone in Eigenregie betriebener und etwa 100 Quadratmeter großer Shop ein. Der „Partnershop“ im Glaskubus wenige Meter entfernt bleibe auch bestehen, erklärt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

Und noch einmal hinüber auf die andere Straßenseite: Dass das Düsseldorfer Unternehmen „Peek & Cloppenburg“ in die Adalbertstraße kommt, steht fest. Neben dem früheren „Wehmeyer“-Sitz sollen weitere Häuser abgerissen werden, um einer großen P&C-Filiale Platz zu machen. Auch wenn es dort bis zur Eröffnung noch etwas dauert: Im Sog der Aquis-Plaza-Eröffnung tut sich einiges auf Aachens Einkaufsmeilen.

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