Es fällt so vieles, aber nicht der Meeting-Rekord

Von: Mischa Wyboris
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Die Abendgarderobe wird bald w
Höhenflug zum Sieg im Aachener Domspringen und zur französischen Olympia-Norm: WM-Bronzemedaillen-Gewinner Renaud Lavillenie. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Während die Zuschauer in immer größeren Scharen auf den Aachener Marktplatz drängten, wurde das Starterfeld beim 7. „NetAachen Domspringen” spürbar dünner. Tim Lobinger musste bereits im Vorfeld wegen eines Hexenschusses passen, Alexander Straub hatte die Grippe erwischt, und für Danny Ecker setzte sich das Verletzungspech der beiden vergangenen Jahre fort.

Er sagte seine Teilnahme nach dem Einspringen kurzfristig ab. „Ich habs versucht”, erklärte der 34-jährige Leverkusener den rund 5000 Zuschauern, „aber so zu springen, wäre der Veranstaltung nicht gerecht geworden.” Der Begeisterung beim 7. „NetAachen Domspringen” tat das keinen Abbruch - nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Ziele, die sich die zehn verbleibenden Springer gesteckt hatten.

Der WM-Fünfte Malte Mohr nahm die Titelverteidigung und seinen Meeting-Rekord von 5,90 Metern ins Visier, Renaud Lavillenie, Bronzemedaillen-Gewinner von Daegu, mindestens die Olympia-Norm des französischen Verbandes von 5,72 Metern und der US-Amerikaner Jeremy Scott die Wiedergutmachung für seinen neunten Platz bei der WM.

Wind, Wetter und WM-Müdigkeit machten manch einem Höhenflug allerdings einen Strich durch die Rechnung. Der Franzose Jerome Clavier, WM-Teilnehmer und aktueller Vize-Hallen-Europameister, musste gleich bei seiner Anfangshöhe von 5,32 Metern die Segel streichen. Auch Publikumsliebling Wout van Wengerden aus Geleen war mit 5,22 Metern schneller wieder draußen, als ihm lieb war. „Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich war noch nie so nervös wie heute. Normalerweise kann ich das in Aachen immer ins Positive umkehren. Aber in diesem Jahr klappt es einfach nicht”, befand der 24-Jährige Niederländer.

Landsmann Robbert-Jan Jansen verpasste die niederländische Jahresbestleistung von 5,57 Metern knapp und wurde am Ende Fünfter. Auch der WM-Neunte Jeremy Scott war am Ende nicht ganz zufrieden, landete aber mit übersprungenen 5,52 Meter auf Platz 4.

Wenig überraschend machten Malte Mohr, Björn Otto und Renaud Lavillenie den Sieg unter sich aus. Titelverteidiger Malte Mohr meisterte die Einstiegshöhe von 5,52 Metern im ersten Versuch, ließ 5,62 Meter aus und blieb schließlich bei 5,72 Metern hängen - gleichbedeutend mit Platz 3. „Der Regen hat nicht allzu sehr gestört. Ich bin gerade erst aus Südkorea wiedergekommen, ich war einfach platt”, sagte Mohr. „Dafür war meine Leistung eigentlich okay”, befand der erschöpfte WM-Fünfte.

Ähnlich empfand auch Björn Otto, Sieger in Aachen vor zwei Jahren. „Ich bin mit meiner Leistung und Platz zwei zufrieden”, sagte Otto am Ende, „nur mit der Höhe von 5,62 Metern nicht.”

Und so sollte es der Abend des Franzosen Renaud Lavillenie werden, der mit 5,72 Metern die anvisierte Olympia-Norm knackte und das Domspringen für sich entschied. „Ich bin begeistert von diesem Ort”, sagte der Sieger. „Mit der Höhe bin ich zufrieden, die Bedingungen waren ganz gut”, freute sich der WM-Dritte über den Rückenwind - und verkündete, bei der achten Auflage des Domspringens im kommenden Jahr dabei sein zu wollen.

7. „NetAachen Domspringen”:

1. Lavillenie (Frankreich) 5,72 m, 2. Otto (Uerdingen/Dormagen) 5,62, 3. Mohr (München) 5,52, 4. Scott (USA) 5,52, 5. Jansen (Niederlande) 5,42, 6. Schulze (München) 5,32, 7. Frauen (Leverkusen) und van Wengerden (Niederlande) beide 5,22, 9. Holzdeppe (Zweibrücken) und Clavier (Frankreich) (ohne übersprungene Höhe)

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