Erwacht das „Diana” bald aus seinem Dornröschenschlaf?

Von: Matthias Hinrichs
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Kinokasse könnte bald wieder klingeln: Das traditionsreiche „Diana” an der Eckenberger Straße ist seit 2006 verwaist. Jetzt gibt es Pläne für einen Neustart, Verkaufsgespräche laufen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der letzte Streifen ist vor fast fünf Jahren über die Großleinwand an der Eckenberger Straße geflimmert. Seit 2006 liegt das ehemalige „Diana”, einst eines der urigsten und gemütlichsten Lichtspielhäuser der Stadt, im viel zitierten Dornröschenschlaf.

Vergeblich hat der ehemalige Betreiber Dr. Heinz Schiffers bislang nach einem neuen Besitzer für das rund 400 Quadratmeter umfassende Parterre des Hauses an der Ecke Altdorfstraße gefahndet. Jetzt aber könnte sich ein romantisches „Remake” in Sachen bewegte Bilder in Burtscheid abzeichnen.

„Wir sind im Gespräch mit einem Interessenten, der sich durchaus vorstellen kann, wieder ein Kino im alten Diana einzurichten”, erklärt Immobilienmaklerin Maria Drews, die das Objekt betreut.

Der Coup ist noch nicht spruchreif

Spruch- respektive filmreif ist der Coup zwar noch nicht. Derzeit prüfe der potenzielle Käufer, ob er das Projekt mit einem Partner stemmen kann, berichtet Drews. Immerhin kenne er den betagten Kinosaal, der sich ehedem vor allem bei Fans von künstlerisch hochwertigen Streifen größter Beliebtheit erfreute, bestens. Seinerzeit hat der Mann, wie Drews berichtet, selbst manche Filmrolle im „Diana” eingelegt; ansonsten habe er mit der Branche (bislang) allerdings nichts zu tun.

Kultkino mit Raucherlaubnis

Seit Mitte der Achtziger Jahre war das kleine, aber feine Burtscheider Programmkino nicht nur wegen seines exklusiven Repertoires zum Publikumsmagneten für die interessierte Szene avanciert. Nach rund zwei Jahrzehnten aber beugte sich der Betreiber dem wachsenden Konkurrenzdruck. Am 22. März 2006 gingen die Lichter aus. Womöglich nahm der Titel des finalen Filmstreifens - „Die neun Leben des Thomas Katz” - ein späteres Happy End vorweg. Bis heute jedenfalls ist der riesige, in nostalgischem Plüsch-Ambiente gestaltete Kinosaal im Stil einer allzu groß geratenen Studentenkneipe - in Hochzeiten sogar inklusive Raucherlaubnis - praktisch unverändert. Eine gründliche Sanierung wäre mithin fällig, bevor Scheinwerfer und Projektoren wieder im sprichwörtlichen Glanz erstrahlen könnten - vorerst, wie gesagt, Zukunftsmusik in Sachen Filmstadt Aachen.

Gleichwohl wäre eine Neueröffnung im Laufe der kommenden Monate im Bereich des Möglichen, glaubt Drews. Aktuell stünden keine weiteren Interessenten auf der Matte. Ein Privatmann, der das Parterre des Mehrfamilienhauses bis vor kurzem zu einer großzügigen Loftwohnung umbauen lassen wollte, hatte seine Pläne vor einiger Zeit kurzfristig begraben - nicht zuletzt angesichts erheblichen Investitionsbedarfs. So hätte das komplette Erdgeschoss kernsaniert werden müssen, außerdem hat die Heizung ihren Geist aufgegeben. Vielleicht plockert sie bald wieder mit den neuen „Diana”-Regisseuren um die Wette.
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