Aachen - Erstes Aachener Street-Festival lockt zum Templergraben

Erstes Aachener Street-Festival lockt zum Templergraben

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
10256700.jpg
Für den Straßenverkehr gesperrt: Bis Sonntag wird auf zwei Feldern vor dem Super C auf dem Templergraben beim ersten Aachener Street-Festival Fußball gespielt und an internationalen Imbissständen geschlemmt. Foto: Michael Jaspers
10256703.jpg
Für den Straßenverkehr gesperrt: Bis Sonntag wird auf zwei Feldern vor dem Super C auf dem Templergraben beim ersten Aachener Street-Festival Fußball gespielt und an internationalen Imbissständen geschlemmt.

Aachen. Überall auf dem Templergraben stehen sie, die Stände mit Köstlichkeiten aus aller Welt, mittendrin zwei Fußballfelder, eine Bühne – und: Leute, die beim Straßenfußball zusehen, lachen, die Sonne genießen, schlemmen und auf kulinarische Reise gehen.

Ein kunterbuntes Treiben also beim Auftakt zum ersten Aachener Street-Festival vor dem Super C und Hauptgebäude der RWTH. DFazu wurde eigens der Templergraben gesperrt.

Zwischen einer afrikanischen Eventköchin, dem Stand vom Rotary Club, den Initiatoren des Street-Festivals, Schinken in Brötchen, Kuchen und veganer Currywurst ist auf dem Platz zwischen Hauptgebäude und Karmán-Auditorium der RWTH eines der beiden 16 mal 22 Meter großen Fußballfelder aufgebaut. In Vierer-Teams wird dort anlässlich der zehnten Deutschen Straßenfußballmeisterschaft der Wohnungslosen um den Titel gekickt. Ein Spiel dauert 15 Minuten, zwischendurch werden die Spieler getauscht und eingewechselt, die Mannschaftskollegen stehen am Tor ihres Teams und feuern kräftig an.

„Health Angels“ und andere pfiffige Namen stehen auf den Trikots der insgesamt 24 Mannschaften von Wohnungslosen aus ganz Deutschland. Direkt daneben, quer vor dem Hauptgebäude, steht das zweite Fußballfeld. Bis 17 Uhr spielen die Teams am Samstag noch gegeneinander, die besten werden in der Nationalmannschaft zum „Homeless World Cup“ nach Amsterdam geschickt.

„Das Leben ist zu kurz für schlechten Kaffee“ prangt auf einer Tafel vor einem kleinen Truck – und lädt die Besucher passend zum fantastischen Wetter am Freitagmittag zu einem erfrischenden Eiskaffee ein. Eine Schlange hat sich vor einem alten, dunkelroten Wohnwagenanhänger gebildet: Dort gibt’s Chili sin Carne, Jambalaya und indischen Cocos-Curry, alles vegan. Der Stand gehört Corinna Colditz, die auf verschiedenen Märkten und Festivals unterwegs ist, um die Besucher mit selbstgemachten veganen Speisen zu bekochen.

Beim Nachbarstand wird’s mexikanisch: Dort warten die Besucher auf ihre frisch zubereiteten Burritos mit Rindfleisch oder Bohnenmus. „Auf der Straße geboren, um auf der Straße gegessen zu werden“ steht auf einem Zettel beim Imbiss – ein waschechter Street-Food–Stand eben. Weiter geht’s mit Soja-Schnitzel, thailändischer Curry-Suppe, Tofu-Fritten und einem Kichererbsen-Eintopf aus der eritreischen und äthiopischen Küche: „Shiro“ heißt er, und kann am Stand des Aachener Kulturzentrums „Kingz Corner“ probiert werden.

Den Abschluss machen zwei Filmemacherinnen: Regina Mennig und Jenny Hellmann stehen vor der Kreuzung Templergraben/Wüllnerstraße. Bei ihnen dreht sich alles um Argentinien, ob argentinischer Wein, das Erfrischungsgetränk „Club Mate“ oder Chorizo im Brötchen. Und das hat einen besonderen Grund: Die beiden stecken mitten in der Arbeit zu einem Dokumentarfilm, der das Schicksal der geraubten Kinder aus der Zeit der argentinischen Militärdiktatur beleuchtet. Mit den argentinischen Leckereien wollen die beiden ihr Budget für die Nachproduktion aufstocken.

Mit diesem bunten Repertoire an Ständen steht beim ersten Aachener Street-Festival genau das im Mittelpunkt, was auch in den Fokus gerückt werden soll: die Vielfalt. Noch bis einschließlich Sonntag ist der Templergraben Fußballplatz, Schlemmer-Paradies und Bühne gleichzeitig.

Am Samstag wird von 9 bis 17 Uhr um den Titel bei den Deutschen Meisterschaften gespielt, von 17 bis 21 Uhr übernehmen dann 16 Mannschaften, die beim Firmensponsorenturnier um die Wette kicken.

Am Sonntag gibt es dann von 9 bis 13 Uhr das „Turnier der Vielfalt“: Über 100 angemeldete Teilnehmer, Jung und Alt, spielen dann Fußball, einfach, weil es Spaß macht. Am Samstag ab 18 Uhr und am Sonntag ab 13 Uhr spielen Jugendliche aus dem Kulturzentrum ‚Kingz Corner‘ zwei Konzerte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert