Aachen - Erste U3-Bilanz: 124 haben keinen Platz

Erste U3-Bilanz: 124 haben keinen Platz

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Kind Kinder U3 Betreuung
In Aachen fehlen 124 U3-Plätze in der Kinderbetreuung. Symbolbild: dpa

Aachen. Für 124 Kinder unter drei Jahren gibt es noch keinen Platz in Aachen - jedenfalls an einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Das zeigt die erste Bilanz des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend, Schule knapp sechs Wochen, nachdem der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für diese U3-Kinder in Kraft trat.

„Wir müssen in einzelnen Fällen um Geduld bitten, in extremer Not finden wir aber immer eine Übergangslösung“, berichtet Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. 323 Familien hatte die Verwaltung angerufen, weil bis dato nicht klar war, ob deren Kinder versorgt sind - und dabei durchaus auch Erfreuliches erfahren.

Tatsächlich hatten 199 dieser 323 Familien bereits einen Platz bei einer Tagesmutter oder in einer (privaten) Kita gefunden. Weitere 113 Eltern hat die Stadt dagegen weder telefonisch noch schriftlich erreicht. „Es gibt keine Rückmeldepflicht“, erklärt Gürtler. Aber offensichtlich gibt es bei den Angeschriebenen auch keinen Bedarf. Grundsätzlich sei die Kontaktaufnahme der Verwaltung, die auch eine extra Notfall-Hotline eingerichtet hatte, auf positive Resonanz gestoßen. „Die Eltern waren meist sehr positiv gestimmt, dass wir auf sie zugehen“, erzählt Gürtler. „Die meisten Eltern haben für die Situation dann auch entsprechend Verständnis.“

Während vielerorts in der Stadt der Ausbau weiterer U3-Plätze - etwa in Kalverbenden oder am alten Tivoli - läuft, wird auch über kurzfristige, provisorische Lösungen gesprochen. Noch nicht aufgegriffen hat die Stadt die Lockerung der Regeln für die Gruppengröße. Demnach dürfe in der aktuellen Mangellage die Gruppengröße um zehn Prozent überschritten werden.

Auch in Aachen wurde diese Lösung bereits diskutiert, doch noch nicht in die Tat umgesetzt. „An einzelnen Kitas gibt es mal ein Kind mehr, weil es um ein Geschwisterkind geht. Aber im eigentlichen Sinne haben wir noch keine Überbelegungen vorgenommen“, betont Gürtler. Dabei wolle man ohnehin zunächst den Personalrat einbinden. Denn mehr Kinder bedeuten für die Erzieherinnen in den Einrichtungen auch immer mehr Arbeit. Und 124 Kinder warten noch.

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