Erste große Schau in Nadelfabrik zieht 2300 Besucher an

Von: Matthias Hinrichs
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Erfolgreiches Team: Die Organi
Erfolgreiches Team: Die Organisatoren, Gestalter und Vermittler der Ausstellung „Bewegung” ziehen nach der ersten, rund viermonatigen Präsentation in der alten Nadelfabrik am Reichsweg eine erfreuliche Bilanz. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Runde vier Monate lang hat sie Tausende von Besuchern in jedem Sinn bewegt - jetzt beginnt die „Migration” in eigener Sache. Das erste Kapitel einer neuen Ära in der alten Nadelfabrik am Reichsweg ist abgeschlossen. Aber der Titel der Präsentations-Premiere im neuen „Haus der Identität und Integration” verpflichtet eben in jeder Hinsicht, finden nicht nur die Macher.

In den kommenden Wochen wandert die Ausstellung „Bewegung” - als einzigartige Dokumentation rund um Geschichte und Entwicklung der viel geschmähten und viel gepriesenen multikulturellen Gesellschaft im Grenzland - durch die Schullandschaft. Zunächst werden die Bilder, Porträts und Berichte über die „Gastarbeiter” und deren Kinder und Kindeskinder nun 14 Tage lang in der Viktoriaschule zu sehen sein. Weitere fünf Einrichtungen in Stadt und Region schließen sich an.

Junge Besucher im Blickpunkt

Anlass genug für die gut zwei dutzend Menschen, die dem Projekt mit Köpfen, Herzen und Händen über seine rund zweijährige Entstehungsgeschichte hinweg zum Erfolg verholfen haben, denselben bei Sekt und Häppchen gemeinsam zu feiern. „Konservativ gerechnet haben wir rund 2300 Besucher zählen können”, bilanzierte Dr. Carmelita Lindemann von der Volkshochschule, die das Ausstellungskonzept unter anderem mit dem ehemaligen RWTH-Historiker Professor Christoph Rass, heute Leiter des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien an der Uni Osnabrück, sowie dem Kölner Historiker und Unternehmensberater Marc Engels erarbeitet hat. Dem Anspruch, insbesondere Heranwachsende zur Auseinandersetzung mit dem vielfältigen Thema zu motivieren, habe man dabei mehr als gerecht werden können.

So nahmen allein 16 Schulen die Angebote bei insgesamt 75 Führungen wahr, die von fünf bestens präparierten Experten angeboten wurden. 534 Menschen erkundeten die Schau überdies auf eigene Faust. „Erfreulich ist zudem, dass auch zahlreiche offene Gruppen aus der täglichen Integrationsarbeit wie Mütterkurse oder Kulturvereine den Weg in die Nadelfabrik gefunden haben”, so Lindemann.

Und so verzeichnen die Organisatoren in den eigens ausgelegten Gästebüchern und an der „Feedback-Wand” weithin durchaus po-sitive Kommentare. „Das hat sicher damit zu tun, dass viele sich mehr oder minder unmittelbar an manches erinnern, was die Schau dokumentiert”, meinte Lindemann.

Tausende Fotos von Stadtteilfesten oder Kunstprojekten, zehn sehr ermutigende Porträts von Zuwanderen, selbstverständlich aber auch kritische Medienberichte gaben und geben vielfältige Einblicke in politische, soziale, wirtschaftliche Aspekte rund ums Zusammenwachsen der Kulturen und Mentalitäten. Gleichwohl sei gelegentlich angemahnt worden, dass die positiven Bilder vom gewachsenen Miteinander in den Hintergrund zu rücken drohten - und dies, obwohl die Schau durchaus zeige, dass die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in vielfacher Hinsicht weit erfreulicher verlaufen sei als weithin angenommen. „Natürlich gibt es aber noch viele Lücken zu schließen”, bekannte Carmelita Lindemann.

„Und wir gehen davon aus, dass wir die Schau weiter öffentlich präsentieren können.” Geeignete Foren zum Beispiel in der Sparkassen-zentrale am Elisenbrunnen, gebe es schließlich genügend.
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