Erst Karl, dann Reiter, dann die Wissenschaft

Von: xen
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Aachen. Dank des eigenen Palais braucht sich die Erholungsgesellschaft keine Gedanken über ein angemessenes Ambiente für ihren Neujahrsempfang zu machen.

Jetzt kam ein Großteil der 160 Mitglieder dort zusammen, um das neue Jahr mit Musik und starken politischen Worten zu begrüßen. Denn OB Marcel Philipp – selbst Mitglied der Gesellschaft – nutzte sehr konkret die Gelegenheit, „Chancen für Aachen“ zu formulieren. Vor Weihnachten geschrieben, durch die Attentate von Paris zu ungeahnter Aktualität gereift, betrachtete er in seiner Ansprache vor allem das Verhältnis der Religionen und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Statt Furcht vor Veränderung und Fremden möchte Philipp die Bereitschaft, sich mit dem vermeintlich Fremden zu beschäftigen und Mut zu Neuem zu entwickeln, befördern.

„Die Demonstranten, die sich unter dem Namen ‚Pegida‘ zusammentun, haben oft keine Ahnung von dem, was das Abendland tatsächlich ausmacht“, machte er aus seiner Ablehnung keinen Hehl. „Flucht und Integration, Gewalt und fundamentaler Hass auch im Namen des christlichen Glaubens, Kriege, aber auch ein langer Frieden auf der Basis europäischer Werte gehören zu unserer Geschichte.“ In Aachen gebe es eine Grundbereitschaft zum Dialog und eine positive Entwicklung von bürgerschaftlichem Engagement für Flüchtlinge. „Auch wirtschaftlich können wir diese Menschen gut gebrauchen. Wir sollten froh sein, dass wir sie hier begrüßen können“, sagte Philipp. Die europäischen Werte – gewaltlose Konfliktlösung und die Einheit in Vielfalt – sollten die Leitlinie vorgeben.

Das Karlsjahr habe einen großen Nachhall über die Zeit der Ausstellung hinaus erzeugt, die Hochschulen im Allgemeinen und der Campus Melaten im Speziellen hätten eine große Kraft, die Qualität der Innenstadt sei gestiegen, das Kongresswesen könne mit der Entwicklung des Campus West neue Impulse bekommen. 2015 sei das Jahr der Reiterstadt Aachen, 2016 soll unter dem Thema Wissenschaft stehen.

In Sachen Entwicklung des Nikolausviertels und der damit verbundenen Zukunft des Parkhauses Büchel wurde Philipp konkret: „Ich möchte, dass in diesem Jahr abgerissen wird.“ Das sei insbesondere angesichts der Eröffnung des Aquis Plaza im Herbst wichtig. „Der Einzelhandel muss mehr Kraft und Flexibilität entwickeln“, berief Philipp zum wiederholten Male aber auch die Unternehmer – konkret den Märkte- und Aktionskreis City (MAC) – in die Mitverantwortung.

Wenig Bewegung wird es 2015 wohl bei den Themen Bushof und Drogenszene am Kaiserplatz geben. „Die Entwicklung der Stadt ist aber nicht nur eine kommunalpolitische, sondern vor allem eine gesellschaftliche Aufgabe“, so der Oberbürgermeister.

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