Erinnerungen werden wieder begreifbar

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Vernissage „Von dem, was bleibt...“: Die Werke von Almud Moog, Kathrin Philipp, Claudia Schumacher (von links) im Kulturwerk Aachen gehen aus verschiedenen Richtungen dasselbe Thema an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Die Macht der Erinnerungen ist der Geist der Geschichte“. Das Zitat des Schriftstellers Nicolai Frederik Severin Grundtvig beschreibt passend das Thema der neuen Ausstellung im Kulturwerk Aachen.

Die drei Künstlerinnen Kathrin Philipp, Claudia Schumacher und Almud Moog setzen sich in ihrer ersten gemeinsamen Gruppenausstellung mit dem Titel „Von dem, was bleibt…“ auf verschiedene Art und Weise mit dem weit gefächerten Gebiet der Erinnerungen auseinander.

Almud Moogs Zeichnungen auf Papier sind spontan und aus den Memoiren an bestimmte Musikstücke heraus entstanden. Ihre „Musiklandschaften“ wirken reduziert und sind angelehnt an die informelle Tradition.

Musik wird zu Bildern

Hört sie ein Musikstück, so bringt sie anschließend die flüchtigen Gedanken daran aufs Papier. Keine Zeichnungen, sondern Installationen sind das Metier von Claudia Schumacher. „Meine Arbeiten spiegeln einen surrealen Blick auf die Wirklichkeit wider.

So sind beispielsweise die Füße, die aus Wachs angefertigt sind und neben dem Bett stehen als das abendliche Zubettgehen zu verstehen. Anstatt der Pantoffel, die viele Menschen vor das Bett stellen, habe ich dort eben die Füße platziert“, erzählt Schumacher. Bereits nach kurzem Betrachten der Arbeiten wird deutlich, dass die Positionen der drei Künstlerinnen auf den ersten Blick doch recht unterschiedlich sind. Dass sie sich aber dennoch so gut ergänzen liegt daran, dass jede Herangehensweise an das Thema sich auf dieselben Wurzeln bezieht: Das Erinnern.

Kathrin Philipps Malereien rücken eine weitere Facette in den Fokus, wie sie erklärt: „In meinen Bildern geht es um Besuch. Gäste kommen und Gäste gehen. Wenn sie wieder gehen, dann hinterlassen sie Spuren. Sozusagen die Überreste des Besuchs, die sich in bestimmter Form äußern.“ Konkret malt Philipp in ihrer Serie „der Besuch ist weg“ die Dinge, die der Gast da gelassen hat. Seien es Bettlaken, Kopfkissenbezüge oder zusammengewühlte Decken, laut Philipp spiegelt die Art und Weise der Hinterlassenschaften nicht nur wider, um welchen Typ Mensch es sich handelt, es sei auch immer etwas, was bleibt, wenn die Gäste weg seien.

Erinnerung an barocken Stil

Mit ihren Arbeiten erinnert sie an den barocken Stil sowie an die Meister großer Faltenwürfe. Manch ein Besucher der aktuellen Ausstellung kommt bei dem Anblick der Malereien, Zeichnungen und Installationen selbst ins Schwelgen an Erinnerungen. Denn das, was bleibt, ist eben mehr als nur eine bestimmte Sache. Vielmehr sind es die flüchtigen Momente oder die dieselben Rituale, die uns ein Leben lang in Erinnerungen bleiben.

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