Aachen - Erinnern gehört zum Trauern

Erinnern gehört zum Trauern

Von: Edda Neitz
Letzte Aktualisierung:
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Ihr neues Buch spricht wieder ein sensibles Thema an: Ulrich Roth, Mechthild und Heinrich Hüsch haben sich mit dem Phänomen der Trauer beschäftigt und geben wertvolle Tipps. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Abschied und Trauer gehören zu unserem Leben. Und doch sind wir oft unvorbereitet, wenn wir einen geliebten Menschen verlieren. Bei Ulrich Roth aber gehört diese Erfahrung zur Tagesordnung. Seit mehr als 20 Jahren betreut der Theologe als Krankenhausseelsorger an der Uniklinik Aachen Trauernde.

„Bei meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie Schmerz und Kummer die Eltern, Partner und Freunde überwältigen“, sagt er. Diesen Menschen will er auch Seelenhilfe geben. Vor gut einem Jahr setzte er sich mit der Texterin Mechthild Hüsch und dem Künstler und Designer Heinrich Hüsch zusammen, um die Idee der Seelenhilfe in Form eines Buches umzusetzen.

Dass ihre Teamarbeit gut funktioniert, hat sich schon bei ihrem ersten Buch, das sich mit dem Thema Suizid beschäftigt, gezeigt.

Mit ihrem neuen Buch „Unterm Schatten die Farben“ sprechen sie wieder ein sensibles Thema an. „Das Phänomen Trauer wird oft von Leere, Orientierungslosigkeit und Konzentrationsschwäche begleitet“, erklärt der Theologe. Das muss aber nicht zum Dauerzustand werden. Schon der Untertitel des Buches „Ein Blick auf Leben, Trauer und heilsame Erinnerung“ verrät, worum es den Autoren geht.

„Wir wollen den Trauernebel etwas zur Seite schieben und der Erinnerung mehr Platz geben“, sagt er. Erinnerung tut weh. Erinnerung ist eine Herzensangelegenheit, ein kostbares Gut. „Deshalb kommt es darauf an, dass wir uns auch an die schönen Zeiten erinnern, die wir leider oft hinter der Angst und dem Verlust verstecken, und nicht nur die dunkle Zeit, den Unfall oder den Tag der Diagnose vor Augen haben“, betont der Krankenhauseelsorger.

Bestimmte Schlüsselszenen oder Erinnerungen stehen hier nicht im Vordergrund. Vielmehr besticht das Buch durch das feinfühlige und sorgfältige Annähern an den Abschied und die Trauer. „Wir holen den Menschen im Dunkeln ab und führen ihn auch wieder heraus“, erklärt Heinrich Hüsch seine Illustrationen im Buch. Der Leser soll nicht in seiner Trauer bleiben. Handgezeichnete Rahmen – spitz und kantig, rund und ausgewogen – in transparenten Aquarellfarben geben Raum für die persönlichen Erinnerungen.

Ausdrucksstark, eindringlich und prägnant kommt der Text von Mechthild Hüsch rüber. „Es soll kein Trostbuch, sondern eher eine Begleitung sein, für die Grunderfahrung von Abschied und Trauer, die jeder von uns macht,“ sagt Hüsch weiter.

Die Botschaft des Buches ist eindeutig. Es ist die Erinnerung, die uns bleibt, die wir annehmen und in unser Leben integrieren sollen. „Jedes Ende führt auch einen Neuanfang mit sich“, bringt es Ulrich Roth noch einmal auf den Punkt.

Wer noch mehr zu dem Thema „Abschied, Trauern und Erinnern“ erfahren möchte, findet auf den letzten Seiten des Buches sowohl von Ulrich Roth als auch von Klaus Hollmann, Professor em. für Systematische Theologie, einfühlsame Texte.

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