„Er hat das Profil des Bistums Aachen geschärft“

Von: iba/mas
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Musikalische Glückwünsche: Der Mädchenchor der Domsingschule sang bei der Feier anlässlich des 20. Jahrestages der Bischofsweihe von Heinrich Mussinghof. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Mit einem Pontifikalamt im Dom am Sonntag hat Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff den 20. Jahrestag seiner Bischofsweihe gefeiert. Die Predigt hielt Erzbischof em. Dr. Werner Thissen aus Hamburg, der vor seiner Ernennung zum Erzbischof Generalvikar in Münster war, und seit dieser Zeit Bischof Mussinghoff freundschaftlich verbunden ist.

Wenn ein Bischof neu in ein für ihn fremdes Bistum komme, dann sei das ein richtiges Abenteuer, berichtete Erzbischof Thissen in seiner Predigt. Alles sei unbekannt, alles fremd. Das habe er selbst vor zwölf Jahren in Hamburg erlebt.

„Bischof Heinrich ist mit dieser Herausforderung behutsam, wie es seine Art ist, umgegangen. Er hat die Initiativen seines charismatischen Vorgängers Klaus Hemmerle aufgegriffen und weitergeführt. Er hat die Visionen von Weggemeinschaft und Gemeinschaft von Gemeinden in praktische Schritte umgesetzt. Dabei ist ihm das aktive Mitwirken von möglichst vielen Getauften und Gefirmten ein Herzensanliegen. So hat er das Profil des Bistums Aachen geschärft.“

Der Wahlspruch von Bischof Heinrich laute: „Bereitet dem Herrn den Weg“. Das habe Bischof Heinrich seit 20 Jahren hier im Bistum Aachen getan und mit seinen vielen Aufgaben in der Bischofskonferenz auch weit über Aachen hinaus.

In einem Grußwort würdigte der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz das überdiözesane Wirken von Bischof Mussinghoff: „Der Aachener Bischof ist nicht nur durch seine kirchenrechtliche und kirchenpolitische Kompetenz sowie durch seine aktive Teilhabe am Dialog mit dem Judentum und durch seine Führungsaufgabe im Bereich von Wissenschaft und Kultur für die Deutsche Bischofskonferenz eine herausragende Gestalt, sondern er ist auch durch sein bescheidenes, offenes und herzliches Auftreten eine stille und zurückhaltende, aber unübersehbare Werbung für Glaube und Kirche.“

Dessen Nachfolger im Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch aus Freiburg, betonte in seinem Grußwort: „Zwölf Jahre hat er mit großer Selbstverständlichkeit und uneingeschränkter Loyalität zum Vorsitzenden die Aufgabe des Stellvertretenden Vorsitzenden wahrgenommen. Sein Wort hat Gewicht und wird geschätzt. Sein Rat ist gesucht. Sein allseits hörendes Herz und seine nie ermüdende Bereitschaft zum Dialog führen Bischof Dr. Mussinghoff zu den Menschen und lassen ihn nicht nur ihre Anliegen mit Empathie verstehen, sondern auch sie selbst gerade in ihrer Menschenwürde annehmen und achten.“

Ähnlich äußert sich Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg: „Seine fundierte Meinung und Beratung – als Seelsorger, Kanonist und Mensch – ist uns auch in den aktuellen Anliegen und Fragen Wegweisung. Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff tritt allzeit als glaubwürdiger Zeuge dafür ein, dass menschliches, gesellschaftliches Leben gelingt, wenn es nach den Werten ausgerichtet ist, die uns unsere Kirche und der Glaube an Jesus Christus lehren.“

Nach dem Pontifikalamt überreichten Dompropst Manfred von Holtum und Generalvikar Dr. Andreas Frick Bischof Mussinghoff einen Bildband mit Impressionen aus dem Jubiläumsjahr 2014, insbesondere den Heiligtumsfahrten. Der Bildband wird nach Ostern auch im Buchhandel erhältlich sein.

Generalvikar Frick würdigte für das Bistum das Wirken des Bischofs: „Wir wissen zu schätzen, dass Du Dich mit all Deinen Kräften in diesen Dienst hast nehmen lassen. Du hast Vertrauen in Deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Du ermutigst uns, Neues auszuprobieren, selbst auf die Gefahr hin, dass nicht alles glatt läuft, einzelnes schief geht. Danke für Deinen 20-jährigen Dienst als unser Bischof.“

Die Glückwünsche der Stadt Aachen überbrachte Oberbürgermeister Marcel Philipp. In Zeiten wichtiger Umbrüche und Veränderungen habe sich Bischof Mussinghoff nicht zurückgezogen, sondern sich den Gegebenheiten gestellt. Die Stadt Aachen habe ihm viel zu verdanken, vor allem im Bereich der Ökumene und des interreligiösen Dialogs. Bischof Mussinghoff sei immer ein verlässlicher Partner gewesen.

Bischof Mussinghoff bedankte sich in einer kurzen Ansprache für die Geschenke, die Glückwünsche und die Gebete. „Ohne die vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter und ohne die vielen Betenden hätte das alles nicht so gut laufen können.“

Die Flüchtlingsproblematik und die Friedenspolitik sind Themen, die Mussinghoff ganz offensichtlich ganz besonders am Herzen liegen. Ihnen will er sich auch in Zukunft in besonderem Maße widmen. Um die Jubiläumsfeier kam er nicht herum, auch wenn er sich das doch eigentlich so gewünscht hätte.

Die zahlreichen Gäste aus Bistum, Kirche, Gemeinde und Verwaltung dagegen hat es ganz offensichtlich sehr gefreut, die Gelegenheit zu finden, ihrem Bischof „danke“ zu sagen. Und damit auch der Empfang einen festlichen Rahmen fand, sorgte der Mädchenchor der Domsingschule für musikalische Begleitung.

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