Entschuldigung: Bezirksvertreter haken Krenkels fatale Rede ab

Von: Matthias Hinrichs
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Schwerer Stand: Christian Krenkel musste sich am Mittwoch erneut viel Kritik anhören. Am Ende wurde seine Entschuldigung akzeptiert. Foto: Jaspers

Laurensberg. Die etwas andere politische Lehrstunde war schon nach zehn Minuten abgehakt. Spätestens seit Mittwoch Abend ist der parlamentarische Haussegen auch im Bezirksamt an der Rathausstraße wieder gerade gerückt. Will sagen: Ja – Christian Krenkel (CDU) sei ausgerechnet beim rhetorischen Start ins neue Jahr, selbst verschuldet, schwer ins Stolpern geraten.

Darin waren sich die Vertreter der Oppositionsparteien in Laurensberg erwartungsgemäß einig. Aber: Niemand ließ den sichtlich zerknirschten Bezirksbürgermeister deshalb am Ende fallen.

Der hatte allerdings das seltene und äußerst zweifelhafte Vergnügen, die Sitzung auf Antrag der Grünen-Fraktion mit einem heiklen Tagesordnungspunkt in eigener Sache zu eröffnen: „Aussprache über die Rede des Bezirksbürgermeisters beim Neujahrsempfang“. Bei seinem Auftritt in der Soers nämlich hatte sich Krenkel heftig vergaloppiert, wie er nochmals nachdrücklich einräumte.

Schweigen statt „falsches Signal“

Mit Blick auf die Terroranschläge von Paris hatte er bekanntlich unter anderem gesagt, er erkenne als Christ kaum Gutes im Islam, und zugleich betont, dass dennoch niemand das Recht habe, den muslimischen Glauben zu beleidigen. Was dem 60-Jährigen heftige Kritik auch seitens der eigenen Parteifreunde beschert hatte. Bereits vor einigen Tagen hatte er deshalb öffentlich Abbitte geleistet. So auch Mittwoch: „Ich entschuldige mich für meine sehr unglückliche Wortwahl, es tut mir Leid, dass ich einzelne Menschen beleidigt habe. Das war nicht meine Absicht“, sagte Krenkel.

„Wir hätten uns gewünscht, Sie hätten ihr Amt genutzt, um zum Ausdruck zu bringen, wie gut das tolerante Miteinander hier im Stadtbezirk funktioniert und wie viele Initiativen sich dafür engagieren“, sagte Petra Perschon-Adamy von den Grünen. „Und wir hätten uns gewünscht, Sie hätten allen Zuhörern Gelegenheit für eine Schweigeminute gegeben.“

Das, meinte auch Grünen-Kollegin Karin Schmitt-Promny, wäre wohl weit angemessener gewesen als jenes fatal „falsche Signal“, das er gerade als politischer Repräsentant aller Laurensberger nicht hätte aussenden dürfen. SPD-Sprecher Sava Jaramaz brachte die Kritik so auf den Punkt: „Ich bin weder Moslem, noch Christ. Aber was glauben Sie, wie die Menschen reagieren würden, wenn ich an Ihrer Stelle gewesen wäre und gesagt hätte: ,Ich kann am Christentum nichts Gutes finden‘?“

Dennoch: „Ich nehme Ihnen ab, dass Sie Ihre Worte wirklich bedauern“, betonte Jaramaz. „Es ist gut, dass Sie sich dafür entschuldigt haben.“ Und sein Parteifreund, Ratsherr Norbert Plum, ergänzte: „Es war wichtig, dass wir diese Aussprache geführt haben. Aber ich denke, es ist jetzt genug. Wir können wieder gemeinsam nach vorn schauen.“ Dem hatte auch Georg Biesing von der Linken am Ende nicht viel hinzuzufügen: „Sie haben sich bei mir entschuldigt. Für mich ist die Sache damit erledigt.“

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