Entscheidung für Erweiterungsbau St. Leonhard

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Neues spiegelt Altes wieder: So soll der „Brot-Schneider”-Parkplatz bald schon aussehen. Hinter einem schmucken Platz mit zwölf purpurroten Thronen steht der Erweiterungsbau des Gymnasiums St. Leonhard mit der spiegelnden Fassade der beiden Obergeschosse. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bisher wurde der Platz zwischen dem Gymnasium St. Leonhard und der Kirche St. Michael nur als Autoparkplatz wahrgenommen. Das könnte sich bald ändern.

Denn am Freitagabend, 6. November, hat das Preisgericht zum Architekturwettbewerb Erweiterungsneubau St. Leonhard inklusive Gestaltung der Freifläche eine Entscheidung gefällt. Aus den 25 eingereichten Beiträgen hat derjenige des Büros „pbs architekten Gerlach Krings Böhning” aus Aachen gewonnen.

„Wir haben einen qualitativ sehr hochwertigen Entwurf ausgewählt”, erklärte Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Foyer des Verwaltungsgebäudes Katschhof, wo sämtliche Arbeiten bis 20. November öffentlich ausgestellt werden. „Der Platz wird auch ein wenig anders aussehen als andere Plätze in Aachen”, so Nacken weiter.

Anlass für den Architektenwettbewerb ist der verpflichtende Ganztagsbetrieb, der mit Beginn des kommenden Schuljahres an St. Leonhard eingeführt wird. Eine Mensa zur Mittagsverpflegung, Spiel-, Musik- und Aufenthaltsräume sowie naturwissenschaftliche Räume des Faches Physik werden benötigt.

Darüber hinaus sollte auf der insgesamt 3300 Quadratmeter großen, innerstädtischen Fläche ein belebter Stadtplatz entstehen, der zum Verweilen mitten im Zentrum von Aachen einlädt.

Der Siegerentwurf verwirklicht den Raumbedarf durch einen stufenförmigen Bau, der den Platz Richtung Ausfahrt zur Kleinmarschierstraße dreigeschossig abschließt, während er Richtung St. Michael über den eingeschossigen Speiseraum ausläuft. Die prominente, historische Kirchenfassade wird sich in der gläsernen, stark reflektierenden Außenhaut der beiden Obergeschosse spiegeln.

Die Prinzenhofstraße wird an die Garagenfront nach Osten verlegt, um den Zwischenraum zum Schulgebäude vom Verkehr freizuhalten. Der neue Platz wird zum neuen Verlauf der Prinzenhofstraße mit Robinien und Mauerelemente abgeschlossen, zudem sollen 12 purpurrote Throne, die die Gründerstaaten der Europäischen Union symbolisieren, auf der Freifläche verteilt aufgestellt werden. Sie schaffen einen Bezug zur „Europaschule St. Leonhard” mit ihrem bilingualen Zweig.

„Ich gratuliere der Stadt zu ihrer Entscheidung”, sagte Prof. Christa Reicher von „rha reicher haase architekten und stadtplaner” und Vorsitzende des Preisgerichts, „sie hat Mut bewiesen, an diesem Ort eine Verbindung zu schaffen zwischen der Öffentlichkeit und einer lernenden Gesellschaft”.

Diese schwierige, komplexe Aufgabe sei von den Preisträgern hervorragend gelöst worden, der Entwurf füge sich ausgezeichnet in das bestehende Ensemble mit den historischen Fassaden von St. Leonhard und St. Michael und ihrer eigenen Charakteristik ein.

„Die Verfasser des Entwurfs haben sich sehr intensiv mit dem Ort auseinandergesetzt”, lobte Christa Reicher. Frank Riedel, Geschäftführer von pbs architekten, zeigte sich sehr erfreut über die Entscheidung des Preisgerichts für sein Büro. „Wir sind sehr stolz”, erklärte er.

Auch Schulleiter Günther Dick ist zufrieden: „Die Kommunen wurden durch die Landesregierung mit der Ganztagsoffensive unter Druck gesetzt. Ein attraktives Nachmittagsangebot lässt sich nur realisieren, wenn wir Zeit und Raum dafür haben.”

Der Planungsausschuss wird sich am 3. Dezember mit dem Entwurf beschäftigen. „Anschließend werden wir zügig in die Umsetzung gehen”, sagte Gisela Nacken. „Wir peilen eine Fertigstellung für das Schuljahr 2011/12 an, es ist aber eine Herkules-Aufgabe.”

Der Entwurf wird zusammen mit den übrigen Wettbewerbsbeiträgen bis einschließlich 20. November im Foyer des Verwaltungsgebäudes Katschhof von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 8 bis 17.30 Uhr, Freitag 8 bis 16 Uhr (Öffnungszeiten nicht identisch mit den Zeiten des Bürgerservice) ausgestellt.
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