Entchen ab in die „Fremdwanne”!

Von: Matthias Hinrichs
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Auf zu neuen Ufern: Die Enten
Auf zu neuen Ufern: Die Enten auf den Baucontainern sind allerdings nicht Programm. Die Mieter der sanierungsbedürftigen Häuser am Neumarkt können auf Badezimmer in benachbarten Wohnungen ausweichen, die eigens (und exklusiv) freigehalten werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Vorzeichen der nächsten großen Baustelle kommen auch diesmal unter anderem in Gestalt des berühmten roten Kreuzes auf blauem Grund daher: Statt des Pkw-Blechs dürfen in den kommenden Wochen im Zentrum des Frankenberger Viertels vor allem Halteverbotsschilder, Toiletten- und Baucontainer verweilen.

Hintergrund: Die Gewoge saniert bis zum Frühjahr nicht weniger als 66 Wohnungen in ihren Häusern am Neumarkt 4 bis 8 sowie an der Frankenberger Straße 5 bis 13. Dabei sollen auch und vor allem die arg in die Jahre gekommenen Bäder erneuert werden.

Ist der Notstand in Sachen Notdurft also programmiert? Keine Bange, sagen die Planer. Besagte Sanitärhäuschen seien zwar für die Bautrupps reserviert. Szenen frei nach dem Loriot-Klassiker „Zwei Herren im Bad” sollen trotzdem nicht zu erwarten sein - auch wenn die betroffenen Mieter ihre Quietscheentchen im Zweifelsfall vorübergehend in einer „Fremdwanne” zu Wasser lassen müssen.

Will sagen: In weiser Voraussicht hat die Gesellschaft einzelne Wohnungen in den betroffenen Objekten freigehalten. Während ihre Bäder eine Frischzellenkur verpasst bekommen, erhalten die Mieter also einen Schlüssel, so dass sie dort für ein paar Tage all das tun können, was ein jeder gelegentlich tun muss - ganz allein, versteht sich, also ohne etwaige Kulturbeutel-Konkurrenz à la Müller-Lüdenscheidt oder Doktor Klöbner. Denn natürlich sollen die Renovierungen peu à peu vonstatten gehen.

„Erfahrungen in anderen Siedlungen haben gezeigt, dass das gut funktioniert”, betont Gewoge-Geschäftsführer Bernd Botzenhardt. Und an einer umfänglichen Instandsetzung der durchweg exakt 50 Jahre alten Objekte führe nun einmal kein Weg vorbei.

Rund 1,55 Millionen Euro investiert die Gewoge nämlich nicht nur in den sanitären Sanierungscoup, vielmehr sollen auch Fassaden inklusive Eingangstüren sowie Treppenhäuser und Balkone modernisiert werden sowie nicht zuletzt Elektroleitungen und Warmwasserversorgung. Noch vor Weihnachten soll das Projekt in den drei Mehrfamilienhäusern am Neumarkt beendet sein. Zwischen dem Fest und Neujahr, versprechen die Planer, machen die Presslufthämmer ohnehin Pause, bevor auch die Fertigstellung der fünf Objekte an der Frankenberger Straße in Angriff genommen wird.

Nur in zwei Härtefällen habe der Sozialdienst der Gesellschaft im Übrigen auch Umquartierungen veranlasst, erklärt Botzenhardt. „Natürlich ist die Maßnahme mit gewissen Einschränkungen verbunden. Wir haben aber rechtzeitig und umfassend informiert.” Zumal die Betroffenen in den kommenden Wochen zeitweise eben nicht nur Kulturbeutel und Handtücher schultern müssen, sondern - langfristig - auch eine pekuniäre „Anpassung”: Die Grundmieten werden nach Abschluss der Maßnahmen im Schnitt um 1,50 Euro pro Quadratmeter erhöht.
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