Engagierte Vermittlerinnen zwischen drei verschiedenen Kulturen

Von: Antje Uhlenbrock
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Die Euregio-Frauen vermitteln zwischen den Kulturbereichen Belgiens, der Niederlande und Deutschlands. Dafür dankten ihnen OB Marcel Philipp und Euregio-Direktor Hans Niessen. Foto: Martin Weisgerber

Aachen. Nein, die besseren Männer wollten Professor Waltraut Kruse und Gisela de Ridder nicht werden, als sie die Vereinigung „Frauen in der Euregio Maas-Rhein” am 2. Dezember 1975 gründeten - im Jahr der Frau. Die Emanzipation war in weiten Teilen längst vollzogen.

„Aber wir wollten anders sein als die Männer”, erklärte Ehrenpräsidentin Kruse auf der Feier zum 35-jährigen Jubiläum im Weißen Saal des Rathauses. Als Ärztinnen ärgerte es die beiden „Gründermütter” besonders, dass ihnen beim Besuch ihrer Patienten auf belgischer Seite die Arzttasche am Zollübergang einfach abgenommen wurde. Daher mussten sie bei Freunden eine zweite Tasche deponieren. „So gab es eine Vielzahl von Missständen, die unbedingt behoben werden mussten und darüber hinaus den Wunsch eines intensiven Gedankenaustausches von Frauen über die Grenzen hinweg”, berichtete Kruse, die 1979 erste Bürgermeisterin Aachens wurde.

Die Vereinigung ist seither Vermittlerin zwischen den Kulturbereichen Belgiens, der Niederlande und Deutschlands. Gemeinsam besuchen die heute knapp 200 aktiven Mitglieder unterschiedlichste Einrichtungen und Institutionen. Halbjährlich erscheint ein dreisprachiges Programm mit mindestens einer Veranstaltung monatlich. „Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis untereinander auch über viele Themen unserer Gesellschaft: Sei es Berufsausbildung, Frage nach Gleichwertigkeit von Abschlüssen, seien es soziale Organisationen oder die Aktivitäten älterer Menschen in der Euregio.”

Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärte, es sei wichtig „die Besonderheit des Drei-Länder-Standpunktes zu pflegen”. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass Aachen Teil des Rheinlands ist. Gerade die Bahnverbindungen seien wichtig, man wolle Aachen ja nicht „von der Rheinschiene abschneiden”. „Aber Spaß macht die Euregio. Wir bräuchten mehr solcher Projekte”, betonte der OB abschließend.

Früh den richtigen Riecher

1976 wurde die Euregio gegründet. Schon ein Jahr zuvor hatten die Gründerinnen den richtigen Riecher. Hans Niessen, Direktor der Euregio Maas-Rhein, lobte: „Sie haben es gespürt, dass die Menschen zusammenkommen müssen.” Aber das wurde zunächst nicht von allen erkannt. „In den Anfangsjahren wurde unsere Arbeit oft belächelt. Man hat uns gar nicht wahrgenommen”, erklärte Birgit Derksen, Präsidentin für die drei Länder. Das ist jetzt zum Glück anders.
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