Endlich liegt man im Hangeweiher richtig

Von: Robert Esser
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Helle Freude nach dem miesen Wetter: Freibadchef Torsten Liebl frohlockt über die neuen Liegen und auf viel mehr Besucher bei strahlendem Sonnenschein. Der Eingangsbereich wird aber aus Kostengründen noch nicht erneuert. Foto: Michael Jaspers
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Helle Freude nach dem miesen Wetter: Freibadchef Torsten Liebl frohlockt über die neuen Liegen und auf viel mehr Besucher bei strahlendem Sonnenschein. Der Eingangsbereich wird aber aus Kostengründen noch nicht erneuert. Foto: Michael Jaspers
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Helle Freude nach dem miesen Wetter: Freibadchef Torsten Liebl frohlockt über die neuen Liegen und auf viel mehr Besucher bei strahlendem Sonnenschein. Der Eingangsbereich wird aber aus Kostengründen noch nicht erneuert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die neuen Liegen kommen ziemlich gelegen. Bei über 30 Grad Celsius im Schatten strömen Sonnenhungrige sowie Leute, denen es nach Abkühlung dürstet, endlich in Massen ins Freibad Hangeweiher.

„So einen Sommer wie dieses Jahr – mit so viel Regen und so kalten Temperaturen – habe ich hier in all den Jahren nicht erlebt“, sagt der Aachener Freibadchef Torsten Liebl. „Aber jetzt geht‘s endlich richtig los.“

40 Sonnenbetten, zehn Stühle und kleine Tische sind zuletzt in den Carolus Thermen ausgemustert wurden. Dort wird das Mobiliar erneuert. Da die Liegen noch bestens in Schuss sind, waren sie am Dienstag schon kurz nach Anlieferung rund um das Freibadbecken komplett belegt.

„Unsere Gäste nehmen das riesig an, genauso wie die Holzplateaus rund um das große Schwimmerbecken“, freut sich Liebl. Von dort hat man einen hervorragenden Blick auf das Geschehen im Hauptbecken, das unter dem Sprungturm bei angenehmen 24 Grad 2400 Kubikmeter Wasser fasst. Und darin tummeln sich nun nach etlichen Schlechtwetterwochen massenhaft Menschen.

„Man merkt den Leuten an, wie glücklich sie sind, dass der Sommer endlich auch in der Kaiserstadt angekommen ist“, erklärt Liebl. Ein Blick in die Besucherstatistik verrät, dass 2016 noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Im Mai und Juni kamen 20.250 Gäste, im Juli bis zum gestrigen Dienstag genau 11 453. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr, als das Freibad nach umfangreichen Sanierungsarbeiten erst mit dreiwöchiger Verspätung am 23. Mai öffnen konnte, kamen bis Ende Juni schon 24.150 Besucher. Im Juli 2015 kamen noch weitere 33.135 hinzu.

„An diese Zahlen können wir dieses Jahr nicht mehr herankommen“, erläutert Liebl. Dafür war das Wetter schlicht zu lange zu schlecht. Dabei präsentiert sich das Freibad Hangeweiher, das zuletzt 1970 eine größere Sanierung erlebte, in hervorragendem Zustand. Es wirkt trotz des in die Jahre gekommenen Gebäudebestands extrem sauber. Diverse Spielflächen – Basketball, Volleyball, Tischtennis, Schach etc. – und die 14.000 Quadratmeter große Liegewiese sind enorm gepflegt.

„Ich bin stolz auf mein Team aus sechs Schwimmmeistern und sechs weiteren Saisonkräften – alle sind voll engagiert, flexibel und bestens präpariert“, lobt der Freibadchef. Freundlichkeit stehe an erster Stelle – so verschmerze ein Gast auch schon mal etwas längere Wartezeiten am Kassenautomaten, heißt es. Dort wächst an heißen Tagen wie Dienstag schnell die Zahl der Zahlungswilligen. Apropos Bezahlsystem: In der Winterpause 2014/15 investierte die Stadt 2,1 Millionen Euro in neue Filteranlagen und unterirdische Schwallwasserpools, in denen das aus den Becken verdrängte Wasser aufgefangen und zur Wiederverwendung aufbereitet wird.

Erst in der Freibadpause 2017/18 werden dann für 2,7 Millionen Euro neue Edelstahlbecken eingesetzt und die Rohrsysteme erneuert. Im Anschluss müsste man eigentlich den reichlich betagten Gebäudebestand des über 100 Jahre alten Freibads und den unvorteilhaften Eingangsbereich erneuern. Pläne dazu liegen längst vor. Rund 1,5 Millionen Euro würde es kosten, damit das Freibad als bei sonnigem Wetter viel besuchtes Schmuckstück im Kaiser-Friedrich-Park wieder komplett glänzen darf.

Bei schönen Aussichten kommen immerhin bis zu 100.000 Badegäste pro Saison. Davon können Aachener Museen selbst im Ganzjahresbetrieb nur träumen. Doch die Mehrheitsfraktionen im Stadtrat haben das Freibad-Konzept – das auch neue Dusch- und Kabinenbereiche vorsieht – erstmal ad acta gelegt. Dafür sei kein Geld da, hieß es. Natürlich will man das Vorhaben irgendwann realisieren, falls es nicht im Sande verläuft und sich – wie bei den Liegen der Carolus Thermen – eine günstige Gelegenheit ergibt...

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