Aachen - Emotionalste Form der Kunst im Ludwig Forum

Emotionalste Form der Kunst im Ludwig Forum

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
13752753.jpg
Bilderausstellung der Flüchtlingskinder: Der Künstler Mohammad Ahmad stellt Museumsdirektor Dr. Andreas Beitin (rechts) die Impressionen vor. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Es war für ein Museum eine ungewöhnliche Ausstellung, da die Bilder keine herkömmliche Kunst zeigen, aber unglaublich viele Emotionen geweckt haben“, so das Resümee von Andreas Beitin, Direktor des Ludwig Forums. Mit seiner Aussage bezieht er sich auf die Bilder von gut 100 Kindern im Alter zwischen drei und elf Jahren, die seit dem Herbst 2015 in dem Offenen Atelier der Barockfabrik knapp 1000 Bilder gemalt haben.

Das Ludwig Forum zeigt bis zum 8. Januar unter dem Titel „Bilder geflüchteter Kinder“ die angefertigten Arbeiten, die manch einen Besucher zutiefst berührten. Der Aachener Künstler Mohammad Ahmad hat die Gemälde mit den Kindern zusammen erstellt. Was sie auf ihrer Flucht erleben mussten, lässt sich nicht in Worte fassen.

„Die Teilnehmer hatten keine Themenvorgabe, sie haben das gemalt, was ihnen durch den Kopf ging“, erzählt Ahmad, der für den Großteil der Gruppe nicht nur der erste Ansprechpartner war, sondern teilweise sogar als Vaterersatz fungierte. Die Bilder spiegeln einerseits die Flucht wider, andererseits aber auch die Hoffnung, die mit einem Leben in Deutschland einhergeht. So hängen Malereien von Booten, Meeresflächen und Explosionen neben gemalten Deutschlandfahnen, Häusern mit Vorgärten und Kehrmaschinen.

„Was mich besonders berührt hat, waren Besucher, die weinend aus der Ausstellung kamen oder sie gar nicht erst sehen konnten. Was diese Kinder schon aushalten und erleben mussten, ist kaum vorstellbar“, ergänzt Beitin. Bis kommenden Sonntag können sich Interessierte die Ausstellung anschauen. Wer dabei noch etwas Gutes tun möchte, der hat die Möglichkeit, ein Bild für 50 Euro zu kaufen.

Der Erlös kommt neuen Flüchtlingsprojekten der Barockfabrik zugute. „Die Benefizaktion ist eine Geste des guten Willens und wir hoffen natürlich auf hohen Zuspruch. Dass die geflohenen Menschen hier einen sicheren Zufluchtsort gefunden haben, ist positiv und trotz negativer Zwischentöne eine absolut sinnvolle und notwenige Sache“, so Beitin.

Ahmad blickt dem Ausstellungsende mit gemischten Gefühlen entgegen, wie er betont: „Ich war mit den Kindern emotional verflochten und habe viele bewegende Geschichten gehört. Die Bilder sind sowohl abstrakt, als auch ganz konkret und greifen teilweise die verschiedenen Kulturen auf.“

Zur Finissage gibt es neben musikalischer Begleitung von Manfred Leuchter zudem einen abschließenden Workshop mit Mohammad Ahmad, in dem er mit einigen Flüchtlingen ein großes Bild unter dem Titel „Neue Heimat“ anfertigen wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert