Aachen - Eltern stecken viel Energie in das Pius-Gymnasium

Eltern stecken viel Energie in das Pius-Gymnasium

Von: Thorsten Karbach
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Es wird investiert, dann gespa
Es wird investiert, dann gespart: Die Aula des Pius-Gymnasiums erhält eine neue Decke. Arbeiten gibt es auch an Turn- und Schwimmhalle. Die Eltern finanzieren zudem ein Blockheizkraftwerk im Keller. Schulleiter Dr. Josef Els rechnet dafür mit viel Energie, die künftig gespart Foto: Michael Jaspers

Aachen. Viel Energie stecken die Eltern in den nächsten Monaten in das Pius-Gymnasium. Und das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn die Elternschaft des bischöflichen Gymnasiums an der Eupener Straße finanziert der Schule ein eigenes Blockheizkraftwerk.

Etwa 90 000 Euro wird dies kosten. Die freiwilligen Elternbeiträge, die am Pius gezahlt werden, zahlen sich an dieser Stelle aus. Das Bistum wird weitere 20 000 Euro beisteuern, um den kleinen Kraftkasten im Keller bauen zu können.

Damit soll der Mindestenergiebedarf der Schule - also die für den Ferienbetrieb - gedeckt werden. Darüber hinaus produzierter Strom wird ins Netz der Stawag eingespeist und der Schule vergütet. „In wenigen Jahren wird sich das Blockheizkraftwerk rechnen”, erklärt Schulleiter Dr. Josef Els.

Doch vorab stehen andere Arbeiten auf dem Stundenplan. Die Schwimmhalle hat eine neue Beleuchtung bekommen. Auch hier wird künftig Energie eingespart - und zwar bis zu 25 Prozent bei besserer Ausleuchtung.

Die Turnhalle erhält eine neue Deckenheizung, die nicht mehr in alle Richtungen sondern (fast) ausnahmslos nach unten strahlt - also dorthin, wo die Wärme ankommen soll. Mitsamt neuer Beleuchtung sieht Els auch hier „enorme Einsparpotenziale”.

Die Arbeiten an der Turnhalle laufen und sollen zwei Wochen nach den Osterferien abgeschlossen werden, die an der Aula sind bis Juni terminiert. Hier wird ebenfalls die Decke erneuert. Und zwar überaus aufwändig.

Die alte - flach, niedrig und akustisch alles andere als ideal - wurde mittlerweile entfernt. Das Dämmmaterial hier wie auch in der Turnhalle in den Ferien entfernt, weil hier Schadstoffe festgestellt worden waren.

Nun blicken die Schüler auf nackten Beton. Die neue Decke dagegen soll nicht nur optisch ansprechend, sie soll vor allem durch ihren „inneren Werte” überzeugen. Els berichtet von vielen kleinen Falten, die einerseits eine hervorragende Akustik versprechen, andererseits Raum für eine integrierte, multifunktionale Beleuchtung bieten.

„Es wird ein bisschen wir in einem Konzertsaal sein”, berichtet Els. Und den kann die Schule gut gebrauchen, der Schulleiter erzählt vom „lebendigen Klangkörper” seiner Schule mit mehreren Chören, Orchestern und Bigbands, den Theateraufführungen und Karnevalsveranstaltungen.

Die müssen ebenso wie die Informationsveranstaltungen oder Termine des Bistums bis zu den Sommerferien reihenweise in die Kapelle der Schule verlegt werden, die Karnevalssitzung erstmals ausfallen. Es wird zwangsläufig improvisiert am 1100-Schüler-Gymnasium.

„Aber wir bekommen das hin”, sagt Els. Ebenso den anvisierten Termin zur Fertigstellung. „Wir haben unseren angehenden Abiturienten versprochen, dass sie in der neuen Aula entlassen werden.”

Die Eltern wollten eigentlich die neue Beleuchtung der Aula finanzieren, um ihre Schüler bei Musik und Theater künftig ins rechte Licht zu rücken. Müssen sie aber nicht, denn das Bistum wird die gesamte Maßnahme an Schwimmbad, Turnhalle und Aula finanzieren. 900 000 Euro kostet alles zusammen.

Gespart wird dafür allerorts jede Menge Strom. Denn auch in der Aula wird die Sanierung enorme Effekte haben: Besseres Licht für ein Drittel der bisherigen Energie. Und die wird dann eben auch noch (zumindest teilweise) im eigenen Keller gewonnen, wo das Blockheizkraftwerk gebaut wird.

„Ich habe es mir selbst größer vorgestellt”, erzählt Els von der Planung, bei der zunächst eine Solaranlage diskutiert wurde. Das wäre zunächst billiger gewesen, auf Dauer sei aber das Blockheizkraftwerk mit der zu erwartenden Leistung günstiger.

Der Vorschlag kam dafür von der Bauabteilung des Bistums, die Eltern hatten sich dafür rasch erwärmt. „Sie wollen dieses Zeichen setzen”, sagt Els.

Wie das Blockheizkraftwerk dann tatsächlich arbeitet, soll pädagogisch wertvoll auf digitalen Schaubildern in der Schule dargestellt werden.

Sie zeigen, was produziert, verbraucht und eingespart wird. Und machen sichtbar, welche Energie die Eltern tatsächlich in ihre Schule stecken.
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