Eltern sprechen nun mit einer Stimme

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Kein Kinderspiel: Mit dem Juge
Kein Kinderspiel: Mit dem Jugendamtselternbeirat gibt es nun auch in Aachen ein gesetzlich verankertes Gremium, das sich in die künftige Gestaltung der Kindertagesstätten einmischen Foto: dpa

Aachen. Die Eltern der Aachener Kindergartenkinder können nun mit einer starken Stimme sprechen. Ähnlich der Stadtschulpflegschaft, die die Schulpflegschaften aller Aachener Schulen gegenüber Politik (etwa im Schulausschuss) und Verwaltung vertritt, hat sich in Aachen nun ein sogenannter Jugendamtselternbeirat konstituiert.

Hinter dem sperrigen Begriff steht ein neunköpfiges Gremium, dass nun alle Elternbeiräte der Aachener Kindertagesstätten vertritt. Bislang gab es nur die einzelnen Elternbeiräte der Einrichtungen ohne gemeinsames Organ.

Möglich macht das neue Sprachrohr das erste Kibiz-Änderungsgesetz der rot-grünen Landesregierung. Artikel 9, der bis dahin nur die einzelnen Elternbeiräte vorsah, wurde in den Absätzen 6 bis 8 reformiert, Jugendamtselternbeiräte auf kommunaler Ebene sind der erste Schritt. Zudem wird ein Landes-Elternbeirat für ganz NRW gebildet.

In Aachen gab es bereits informell arbeitende Stadtelternräte. Sie bekommen nun eine gesetzliche Grundlage. Der Jugendamtselternbeirat soll die Interessen aller städtischen Einrichtungen, aber auch die der Kindertagesstätten freier und privater Träger vertreten. Sie sollen sich mit Themen wie dem städtischen Betreuungsbedarf, der Finanzierung der Kindertagesstätten oder der besonderen Förderung von Kindern mit Behinderung, Hochbegabung oder einem Migrationshintergrund auseinandersetzen können. Der Gesetzgeber betont dabei, dass dem Beirat ein Anhörungs- und kein Mitbestimmungsrecht zugebilligt werden. Die Entscheidungskompetenzen blieben bei den Trägern, dem Jugendamt sowie dem Kinder- und Jugendausschuss. Allerdings gibt es bereits Kommunen, die den neuen Beiräten einen Platz in diesem Ausschuss zusichern (wollen). Das wird in Aachen in einer Elterninformation ausgeschlossen.

Wie genau nun die Zusammenarbeit in Aachen aussieht, wird sich zeigen. Während die städtische Fachverwaltung auf die Vorlage für den Kinder- und Jugendausschuss verweist und sich bis zur Sitzung am 29. November nicht über die Zusammenarbeit äußern möchte, ist Senol Asik, eines der neun Beiratsmitglieder, von einer guten Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung überzeugt. „Wir sind erfahrene Eltern und wir werden ernst genommen”, sagt Asik, der auch schon in der Stadtschulpflegschaft mitwirkt. „Das ist eine hervorragende Sache, gemeinsam können wir etwas bewegen. Wir dürfen und wir werden mitreden, wollen uns auch in den Arbeitskreisen einbringen”, formuliert er das Ziel, das sich das Gremium gesetzt hat.

Immerhin heißt es in der Vorlage für den Ausschuss: „Dem Jugendamtselternbeirat ist vom Jugendamt bei wesentlichen die Kindertagesstätten betreffenden Fragen die Möglichkeit der Mitwirkung zu geben.” Darauf setzen die Eltern, Themen wie die Betreuung von Unterdreijährigen stehen an. „Wir sammeln gerade, wo der Schuh besonders drückt, diskutieren die Themen und wollen sie mit der Politik aufgreifen. Wir freuen uns darauf”, sagt Asik.

140 Elternbeiräte waren zur konstituierenden Sitzung am 17. Oktober eingeladen worden - von 57 städtischen, 70 freien und 13 privat-gewerblichen Einrichtungen. Teilgenommen haben Beiräte von 35 städtischen und 30 freien Einrichtungen. Das sind weit mehr, als das Kibiz-Revisionsgesetz als Beteiligungsquote zur Bildung des Rates vorschreibt. 15 Prozent werden verlangt, 46,43 Prozent waren vor Ort. Das klingt in der Tat nach einer starken Stimme.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert