Elisengarten: Tauben fliegen auf Saatgut

Von: Thorsten Karbach
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Ungebetene Gäste: Tauben machen sich über das Saatgut im Elisengarten her – was die Probleme mit dem schlecht wachsenden Grün noch verschärt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zumindest die Besucherzahlen wachsen in diesen Tagen im Elisengarten. Denn die Archäologische Vitrine, diese Ellipse aus Glas und Stahl, wirkt wie ein Magnet. Die Anziehungskraft der Aachener Geschichte ist gewaltig, die Vitrine eine runde Sache. Und nebenan lockt mühsam verteiltes Saatgut die Tauben.

Drei Millionen Euro

Unweit des Aachener Doms ist es seit Eröffnung ein Kreuz mit dem Rasen im Elisengarten, der vor dreieinhalb Jahren nach den preisgekrönten Plänen der Berliner Landschaftsarchitekten „Lützow 7“ für drei Millionen Euro umgebaut wurde. Weil der Park bei Aachenern und Touristen ebenso beliebt ist wie bei den Juroren, ist er ständig zertreten, muss der Stadtbetrieb auf den 3126 Quadratmetern häufig absperren und nachbessern. „Nicht immer erfolgreich“, nennt Rita Klösges vom städtischen Presseamt die bisherigen Bemühungen, dem Elisengarten dauerhaft ein üppiges Grün zu bescheren. „Der Elisengarten ist eben sehr stark frequentiert. Aber so wollten wir das ja auch.“ Und wenn Besucher querfeldein statt über die Wege stapfen, dann „übersehen“ sie, welchen Anblick sie auf den Grünflächen hinterlassen.

April 2011, Oktober 2011, Mai 2012, Oktober 2012 – immer wieder wurde mit Flatterband oder Bauzäunen abgesperrt und nachgearbeitet. Auch der extrem trittfeste „Super-Strap-Rasen robust“ hat unter den Schuhsohlen stellenweise nachgegeben. Aktuell sind die Bauzäune vor der Fußgängerzone Ursulinerstraße und zwischen Vitrine und Terrasse montiert worden. Wobei in letzterem Fall die Bauarbeiten im Boden Spuren hinterlassen haben – und zwar nicht nur die archäologischen in der Vitrine.

An beiden Stellen wurde großflächig neu eingesät. Rollrasen, der das Bild sofort optisch verändern würde, gibt laut Rita Klösges nicht unbedingt die bessere Perspektive für das Areal. „Auch Rollrasen braucht Zeit, um anzuwachsen. Das wäre nicht unbedingt die bessere Lösung“, erklärt sie. Stattdessen setzt die Stadt auf strapazierfähigen Rasen und überdurchschnittlich viel Saatgut – wobei in diesem Fall die Baufirma verantwortlich zeichnet, die die Archäologische Vitrine gefertigt hat. „Es ist aber ganz bestimmt kein Zierrasen“, betont Klösges.

Das Bild im Elisengarten solle sich bald schon wieder ändern. Es zeichnet sich bereits ab, dass in den nächsten Tagen die hinter dem Elisenbrunnen gepflanzten Blumen ihre Blüten öffnen. „Da bricht bald die ganze Pracht durch“, sagt Klösges. Und der Rasen soll auch prächtig gedeihen. „Wir hoffen, dass er in gut einem Monat angewachsen ist“, erklärt sie. Grün ist buchstäblich diese Hoffnung.

Absperrgitter

Unheil ist dabei aber weiter im Anflug. Auch am Montag wurden wieder zig Saatgut pickende Tauben gesichtet. „Das ist im Bereich rund um den Elisenbrunnen eine richtige Plage“, berichtet Klösges. „Wir müssen abwarten, welchen Schaden sie im Elisengarten hinterlassen.“ Und von Absperrgittern lassen sie die Vögel auch nicht aufhalten. Sie fliegen auf das Saatgut, so wie die Aachener auf die Zeitreise in der Archäologischen Vitrine.

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