Elisenbrunnen: Immer öfter kracht es ohne Knautschzone

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Dr. Stephanie Küpper (Stadt), Bernd Kleefisch (Einsatzleiter und Direktion Verkehr), PP Dirk Weinspach
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Aachen. Eine als Radfahrer gestaltete Puppe liegt unter einem Lkw-Anhänger. Was sich Passanten am Freitag am Elisenbrunnen sofort aufdrängte, bestätigen die Unfallzahlen (siehe Info-Kasten): Radfahrer und Fußgänger leben gefährlich.

 „Sie haben einfach keine Knautschzone“, stellte Bernd Kleefisch, Leiter der Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums Aachen, bei der Aktion „Radgänger“ der Polizei, der Stadt und der Dekra fest. Allerdings ohne lapidares Achselzucken. Denn die Sicherheit dieser Verkehrsteilnehmer liegt dem leitenden Polizisten am Herzen. „Die Zahl der schwer verletzten Radfahrer und Fußgänger steigt rapide. Das wollen wir ändern.“

Gemeinsam verfolgten die Veranstalter zwei Ziele: Die Sicherheit der schwachen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und gleichzeitig mehr Menschen umweltfreundlich mobil zu machen. „Wir wollen die Menschen aufs Rad holen. Das ist gut für die Luft und gut für die Lebensqualität in der Stadt“, bestätigte Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin „FahrRad in Aachen“ bei der Stadt. Um gleichzeitig die Unfallzahlen zu senken, setzen Kleefisch und Küpper vor allem auf gegenseitige Rücksichtnahme. „Alle sollen sich an die Regeln halten“, sagte Küpper.

Das bedeutet für alle: volle Konzentration auf den Verkehr. Alkohol, Betäubungsmittel und laute Musik im Kopfhörer schränken diese deutlich ein. Radfahrer dürfen keine Gehwege und Radwege nur in richtiger Richtung befahren. Fußgänger dürfen nicht bei Rot die Straße queren. Autofahrer dürfen nicht auf Radwegen halten und sollten mal wieder den Schulterblick üben, um herannahenden Radfahrern die Vorfahrt zu gewähren.

Aber: „Viele sind sich der Gefahr fürs eigene Leben nicht bewusst, wenn sie auf ihr Recht bestehen“, meinte Kleefisch besonders an die Adresse von Radfahrern. Am Elisenbrunnen wurde deshalb das Thema „Toter Winkel“ in den Mittelpunkt gestellt. Im Lkw mit Anhänger sitzend wird schnell deutlich, dass es bei aller Vorsicht und Mühe schwer ist, immer alle Bereiche um den Lastwagen im Auge zu behalten. „Mit dem Truck fahren wir auch zu Grundschulen, damit sich schon in den kleinen Köpfen festsetzt, was der tote Winkel bedeutet“, berichtete Küpper.

Auch die Schutzleistung eines Helmes wurde demonstriert. „Jeder ohne Helm fährt mit doppeltem Risiko“, plädierte Kleefisch an die Vernunft. Nur etwa 15 Prozent der Radler fahren zurzeit mit Helm. Wie sich Alkohol oder andere Drogen auswirken, konnte jeder beim Gang durch einen Parcours mit einer so genannten Rauschbrille erleben. In vielen Bereichen der Stadt finden die Verkehrsteilnehmer nun außerdem aufgesprühte Graffiti auf der Straße, die auf Gefahren aufmerksam machen. Die Aktion „Radgänger“ plädierte an den guten Willen aller Verkehrsteilnehmer. Aber Kleefisch machte zudem deutlich, dass die Polizei auch auf Kontrollen setzt, um die Sicherheit zu erhöhen.

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