Elisabeth Börger: Die gute Seele in ihrer Nachbarschaft

Von: Katrin Fuhrmann
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Hat immer ein offenes Ohr für Fragen und Probleme: Die 76-jährige Elisabeth Börger hilft, wo sie nur kann, denn sie ist stets um das Wohl ihrer Mitmenschen besorgt. Foto: Andreas Schmitter

Richterich. Eigentlich will die 76-jährige Elisabeth Börger gar nicht erzählen, was sie so alles macht, denn es ist für sie selbstverständlich. Doch wenn sie über ihr ehrenamtliches Engagement spricht, vergisst sie dieses Prinzip ganz schnell.

Und dann wird auch bald deutlich, dass sie stolz ist auf das, was sie macht. Es ist allerhand: Weihnachtspäckchen mit Kaffee, Spekulatius und Printen für ältere Menschen packen, Kinderwagen, Möbel, Kleidung und gut erhaltene Haushaltsutensilien vermitteln, Nähmaschinen reparieren, kleinere und größere Ausflüge organisieren, ein offenes Ohr bei kleineren Problemen und Wehwehchen haben und vieles mehr.

Schon seit ihrer Jugend hilft die gelernte Verkäuferin gerne anderen Menschen. Das liege in ihrer Familie. Daran änderte sich auch nach der Geburt ihrer drei Kinder nichts. „Ich habe immer irgendwie alles unter einen Hut bekommen“, sagt Elisabeth Börger.

Das bedeutet für die 76-Jährige aber keineswegs, zurückstecken zu müssen oder gar unzufrieden zu sein. Im Gegenteil: Anderen Menschen zu helfen, ist für sie die größte Freude. „Ich erwarte keine großen Gesten und Geschenke. Ein einfaches ‚Danke‘ für die Arbeit, die ich leiste, reicht mir schon“, sagt sie.

Ihr Mann Alfred, mit dem sie schon seit 56 Jahren verheiratet ist, steht der Seniorin bei ihrem Ehrenamt mit Rat und Tat zur Seite. Manchmal, sagt sie, treibe sie ihren Mann beinahe in den Wahnsinn, denn bei den Börgers steht die Tür im Grunde 24 Stunden täglich offen. Ob Tag oder Nacht, wer Hilfe benötige, bekomme sie auch. Die Uhrzeit spiele dabei keine Rolle. Diese Hilfsbereitschaft ist nur eine von vielen guten Eigenschaften, die Elisabeth Börger kennzeichnen.

Darum ist sie auch längst nicht mehr nur die gute Seele in ihrer Nachbarschaft. Ihre offene, freudige und stets wachsame Art spricht sich in der ganzen Stadt herum. „Es gibt immer jemanden, der unsere Hilfe benötigt. Und mittlerweile wissen viele, dass ich zu vielen Institutionen Kontakt habe und gut vermitteln kann“, erzählt Börger.

Dass die 76-Jährige gut vernetzt ist, steht außer Frage, denn: Das Haus der Börgers gleicht einem Informationszentrum der besonderen Art. Sämtliche Broschüren zu den unterschiedlichsten Themen lagert die 76-Jährige daheim – in Schränken, Schubladen und sogar im Nachttisch. Auch Telefonnummern von verschiedenen Vereinen, Organisationen und Verbänden hat sie sofort parat, wenn jemand aus ihrer Nachbarschaft danach fragt. Gute Vernetzung trifft es daher auf den Punkt.

Damit aber nicht genug. In zwei Garagen lagert das Ehepaar Schränke, Kinderbetten, komplette Wohnungseinrichtungen, Spielsachen und einiges mehr. Die meisten dieser Dinge werden an hilfsbedürftige Menschen vermittelt und verschenkt.

Kein Wunder also, dass auch ihr Umfeld Elisabeth Börger als stets geselligen und äußerst sozial eingestellten Menschen charakterisiert. Sie selbst will von solchen Lobreden nichts hören und relativiert sie: „Ich helfe, weil es mir Spaß macht und weil es für mich selbstverständlich ist“.

Alfred und Elisabeth Börger verbindet die soziale Ader und die Freude an der Hilfe für andere Menschen. In einem Punkt ist sich das Ehepaar allerdings nicht einig: „Seit Jahren warte ich darauf, dass Alfred mir bei dem Bau eines Springbrunnens in unserem Garten hilft. Aber ich warte vergeblich“, sagt sie. Da beide einen grünen Daumen haben, ist es aber sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Alfred zu Hammer und Meißel greift und seiner Frau den gewünschten Springbrunnen baut.

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