Aachen - Elektro-Poller kontra Verkehrsanarchie

Elektro-Poller kontra Verkehrsanarchie

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Schwer mitgenommen: Das Pflast
Schwer mitgenommen: Das Pflaster an und in der Fußgängerzone Ursulinerstraße ist vom Lkw-Verkehr Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es ist nur ein kleines Stück Fußgängerzone. Doch diese paar Meter sorgen immer wieder für Unmut. Schon der Start der jüngsten Aachener Flaniermeile sorgte mit den Betonquadern als Stolperfallen für Schlagzeilen. Jetzt geht die Geschichte weiter. In mehrfacher Hinsicht.

So wird sich die Politik nun damit zu befassen haben, dass der Lieferverkehr dort offenbar macht, was er will.

Das soll unter anderem folgende Maßnahme nach sich ziehen: Wenn die Baustelle Hartmannstraße beendet ist, sollen in Höhe des Geldbrunnens elektrische, in der Erde versenkbare Poller eingebaut werden. Der Preis dafür ist nicht zu knapp: 32000 Euro Baukosten werden veranschlagt - plus 1500 Euro pro Jahr für die Wartung.

Die Problematik: Mit der Einrichtung der Fußgängerzone hat die Stadt das Liefern und Laden lediglich von der Buchkremerstraße zu den üblichen Zeiten erlaubt. Dort gibt es herausnehmbare Poller, was aber auch schon zu Ärger führt. Denn diese werden beim Herausfahren oft gar nicht mehr eingesetzt, wodurch sich mancher Autofahrer bemüßigt fühlt, in die Ursulinerstraße hineinzufahren.

Die Verwaltung sieht dafür keine Lösung. Umliegende Geschäftsleute als „Poller-Paten” zu gewinnen, die die Metallteile wieder einsetzen, war nicht zielführend. Das sei auch zu zeitaufwändig. Und überdies setzten sich die Paten auch noch der Gefahr aus, ständig für ihr Handeln von Fahreren beschimpft zu werden. Also soll es nun von der Hartmannstraße einen zweiten Lieferweg geben.

Das hat auch noch einen anderen Grund. Am Geldbrunnen stehen derzeit Poller, die man mit Vorhängeschlössern sichern kann. Das hat laut Verwaltung manchen nicht davon abgehalten, die Teile trotzdem herauszureißen. Andere Lieferanten rumpeln einfach daran vorbei und mitten über den Bürgersteig.

Anwohner berichten von haarsträubenden Szenen, die sich dort bisweilen abspielen. Und nicht nur dort, sondern auch auf dem Münsterplatz, der immer häufiger über die Kleinmarschier-straße angefahren wird. Auch das soll sich durch den Weg über die Hartmannstraße ändern.

Die versenkbaren Poller sollen mit einer Zeitschaltuhr versehen werden. Zu den Liefer- und Ladezeiten fahren sie herunter, danach wieder hoch. Der Weg über die Bürgersteige wird dichtgemacht. Die Feuerwehr soll spezielle Schlüssel erhalten, mit denen die Poller bedient werden können. Bei Veranstaltungen gibt es auch die Möglichkeit, die Poller per Funk zu steuern.

Die Fußgängerzone Ursulinerstraße hat aber noch ein anderes Problem. Das Kopfsteinpflaster ist bereits schwer mitgenommen und teils nicht mehr vorhanden. Die Lücken sind mit Asphalt gefüllt worden, was den Eindruck eines Flickenteppichs hinterlässt. Beim städtischen Presseamt hieß es am Donnerstag, die Stadt gehe davon aus, dass die Schäden durch den Baustellenverkehr entstanden sind.

Nach dem Ende der Arbeiten an der Hartmannstraße werde man wieder Kopfsteine einsetzen. CDU-Ratsherr Ernst-Rudolf Kühn erinnerte am Donnerstag allerdings daran, dass wegen des Liefer- und Ladeverkehrs seinerzeit eine stabilere, dafür aber deutlich teurere Bauweise gewählt worden sei.

Für Schwerlastverkehr - unter anderem Kettenfahrzeuge - sei aber auch dieser Belag nicht ausgelegt, so die Stadt. Und den bringe die Baustelle nun mit sich. Laut Kühn sind es aber längst nicht nur die Baufahrzeuge. Auch einige Lieferanten kämen mit schweren Lastern. Und die kommen auch nach dem Ende der Baustelle.
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