„El-Pri”: Neues Terrain vorab erkunden

Von: Christoph Classen
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Spielerisch den Schulbetrieb kennen lernen: Judith Schewe betreut die Vorschüler aus der Kita Königsberger Straße wenn sie im Rahmen von „El-Pri” die GGS Driescher Hof besuchen. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Es sind zwei Institutionen, die eigentlich nah beieinander liegen, die sogar aufeinander aufbauen. Aber irgendwie haben sich Kindertagesstätten und Grundschulen voneinander entfernt. Es ist wahrscheinlich, das zwischen beiden schon immer eine gewisse Distanz lag. Na ja, zumindest in Deutschland.

Andreas Biener findet das bedauerlich. Er sagt: „Es gibt in fast keinem anderem Land mehr die Trennung zwischen Elementar- und Primarbereich.” Weil sie einfach nicht sinnvoll sei. Deswegen möchte Biener beide Bereiche näher zusammenführen. An der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Driescher Hof macht er das. Die leitet Biener nämlich.

Das Projekt, das den Kinder den Übergang zwischen Kita und Grundschule erleichtern soll, wurde „El-Pri” getauft. Es läuft seit Dezember. Sehr erfolgreich. Die GGS Driescher Hof kooperiert im Rahmen von „El-Pri” mit der nicht weit entfernten Kita Königsberger Straße. Das erscheint nahe liegend, ist es aber nur bedingt. Denn als das Projekt gestartet wurde, offenbarte sich, welche Distanz zwischen Kita und Grundschule liegt. „Schule zu erleben war einfach gigantisch”, sagt Kita-Leiter Volker Haupt. „In den ersten Wochen habe ich in der Kita regelrecht hospitiert”, sagt Ingrid Barth, Sozialpädagogin an der GGS Driescher Hof.

Aber jetzt läuft es. So gut, dass geplant ist, „El-Pri” im kommenden Schuljahr fortzuführen. Dann werden wieder Kita-Kinder an einem Tag in der Woche den für sei eigens eingerichteten Klassenraum in der Grundschule ansteuern, wo sie von Judith Schewe und Ingrid Barth betreut werden. Letztere wird dann auch wieder regelmäßig in der Kita anzutreffen sein, wo sie mit einzelnen Kindern arbeitet, Gespräche mit Erziehern und Eltern führt. Nein, es gehe nicht darum die Kita zu verschulen, stellt Haupt klar. Die Vorschulkinder sollen Spaß haben, wenn sie in den Unterricht kommen. Dinge wie konzentriertes Zuhören und freies Sprechen vor der Gruppe werden trainiert. Wichtiger ist aber noch, dass sich die Kita-Kinder schon mal an eine schulische Umgebung gewöhnen. „Wofür ist die Tafel? Wo ist die Toilette? Was passiert auf dem Schulhof?”, nennt Barth einige Fragen, die den Kita-Kindern bereits vor dem regulären Schulbesuch beantwortet werden.

Das „El-Pri” überhaupt möglich geworden ist, sei nicht zuletzt der Unterstützung von Elke Münich, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend, Schule und Schulrätin Ulla Roder zu verdanken, betont Biener. Das das Projekt aber auch ohne erhebliche Mehrarbeit an der Grundschule und der Kita nicht umsetzbar gewesen wäre, erwähnt er in einem Nebensatz. Finanzielle und personelle Unterstützung gab für „El-Pri” nicht.
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