Eishalle wartet jetzt auf 3900 Musikfans

Von: Thorsten Karbach
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Ganz neue Perspektive für Mus
Ganz neue Perspektive für Musikfreunde in der Region Aachen: 3900 Besucher dürfen ab sofort zu Konzerten in die Eissporthalle an der Krefelder Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nächste Woche wird in der Eishalle alles glatt laufen. Da ist Sascha Koullen fest von überzeugt. Und es klingt gut, wenn er sagt, dass der Testlauf für das erste große Musikspektakel bestens gelaufen sei. Ohne Ausrutscher, um im eisigen Bild zu bleiben.

Koullen und seine Mitstreiter von der „TEB Tivoli Eissporthalle Betreibergesellschaft mbH” wollen die Eisfläche an der Krefelder Straße neu ausrichten - als Konzertstätte (wir berichteten). Und zwar im ganz großen Stil. Dafür gibt es mittlerweile eine neue Konzession, und die erlaubt 3900 Besucher.

Zunächst hatte es eine Genehmigung für 2200 Menschen gegeben. Doch weil Notausgänge, Fluchtwege und Konzepte stimmen, gab es nun die erweiterte Konzession, die die Aachener Eissporthalle in Sachen Kapazität auch etablierte Konzertstätten wie das Kölner E-Werk (2000), die Kölner Live Music Hall (1500) und erst recht die Hallen in der Nachbarschaft - Eurogress (1800 Stehplätze) oder Kreis Düren Arena (2000 Stehplätze) - überflügeln lassen.

Nur das Kölner Palladium wartet mit einer vergleichbaren Größenordnung (4000) auf - und dort werden in diesem Jahr noch Superstars wie The Smashing Pumpkins, Beatsteaks oder Noel Gallagher (Ex-Oasis) erwartet.

Auch in den Köpfen der Aachener Macher schwirren schon klangvolle Namen, bestätigt wurden bereits vor Wochen Matthias Reim (4. November) und Scooter (23. März 2012).

Neu im Programm sind die „1. Aachener Oldie Night” unter anderem mit The Rubettes und den Bay City Rollers am 2. Dezember und die „Apres Ski Party XXL” mit Partykönig Michael Wendler am 9. Dezember. Neben den Kufenfreunden sollen fortan rund 20 Mal im Jahr Musikfans angelockt werden. Zehn Veranstaltungen will die dafür gegründete Veranstaltungsagentur selbst auf die Beine stellen. „Wir wollen dabei den Discotheken nichts wegnehmen und richten uns speziell auf Konzerte oder auch Comedy aus”, sagt Koullen. Es kommt also nicht nur in der Eissporthalle viel Bewegung in die Aachener Konzertlandschaft. Am Freitagabend rockte Krypteria im alten Schlachthof, auch dort soll eine charmante Halle regelmäßig als Bühne dienen, auch die Ex-Werkhalle der Firma Strang soll sich für Kultur öffnen.

Das erste heiße Konzert der neuen Eiszeit in der Tivoli-Halle am kommenden Freitag, 7. Oktober, wird vom Radiosender „1live” organisiert, der im Rahmen der Veranstaltung „Eine Nacht in Aachen” die erfolgreiche britische Popband „Hurts” und vorab um 20 Uhr den deutschen Sänger Tim Bendzko mit seinem Charthit „Ich muss noch kurz die Welt retten” aufbietet. Schon Mittwochnacht wird die Eisfläche mit speziellen Platten abgedeckt.

Sie sind der eigentliche Clou hinter dem Veranstaltungskonzept in der Eishalle. Die Eisfläche bleibt, so dass - wenn die Platten wieder entfernt worden sind - nächsten Samstagmorgen nur wenige Stunden nach der letzten Zugabe von „Hurts” die Schlittschuhläufer wieder ihre Pirouetten drehen können. Mit 530 Platten aus einem Material, das auch in der Raumfahrt eingesetzt wird, können - das hat Koullens Test gezeigt - sechs oder sieben Mann binnen anderthalb Stunden die komplette Eisfläche abdecken.

Wie ein Kühlschrank

„Das Abbauen dauert dann etwas länger, da werden die Arme schwer”, erzählt Koullen und wuchtet eine der 2,40 mal 1,20 Meter großen und acht Kilogramm schweren Platten auf einen Stapel. Die Abdeckung schützt dabei nicht nur die Eisfläche, sie deckt auch die große Kälte ab. „Das ist wie bei einem Kühlschrank, wenn alles abgedeckt ist, ist die Kühlschranktüre zu und wir haben zehn Grad mehr in der Halle”, erklärt Koullen.

Das wird vor allem die Besucher freuen. Rund 3000 Karten sind für das Konzert am Freitag bereits verkauft, Koullen wünscht sich natürlich ein ausverkauftes Haus mit 3900 Gästen. Dann wäre aber auch wirklich alles glatt gelaufen in der Eishalle.

Schneller Umbau garantiert das Eislaufen am beliebten Samstag

Der Eislaufbetrieb, gerade die beliebten Wochenendstunden, sollen durch die Konzerte nicht beeinflusst werden. Deswegen haben die Betreiber um Sascha Koullen die Abdeckplatten angeschafft. Die Bühne wird über die Bande gebaut, so dass auch hier zeitaufwändige Umbaumaßnahmen vermieden werden.

Einen Teil der Erlöse aus den ersten Konzerten will Koullen Aachener Kinderheimen spenden. Es ist ein Dankeschön für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen. „Der Dialog mit allen, etwa mit Bauordnungsamt und der Feuerwehr, lief sehr gut”, dankt Koullen.

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