Aachen - Einst selbst König, jetzt Präsident

Einst selbst König, jetzt Präsident

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Balanceakt: Bei der Begrüßung des neuen Präsident des Kindermissionwerks, Dr. Klaus Krämer, zeigten die Artisten des südafrikanischen Zirkus„ Zip Zap, was sie können. Krämer führt auch Missio Aachen und will die Eigenständigkeit beider Institutionen wahren. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Er war noch ein kleiner Junge, als die Sternsinger erstmals in sein Leben traten. In Stuttgart war das. Dort wurde Dr. Klaus Krämer 1964 geboren. Und irgendwie haben die kleinen Könige eine besondere Anziehungskraft auf ihn ausgeübt. Als er alt genug war, schloss sich Krämer den Sternsingern an.

Zog mit ihnen von Haus zu Haus, klingelte an den Türen, malte mit Kreide die Segensbitte. So wie es Generationen von Kindern getan haben, seit die Aktion 1959 vom Kindermissionswerk initiiert worden war.

Es mag sein, dass bei Krämer die Verbindung zu den Sternsingern eine besondere ist. Er blieb ihnen jedenfalls treu. Das wird so bleiben. Denn der 46-Jährige wurde am Mittwoch offiziell als Präsident des Kindermissionswerks begrüßt. „Ich bin vielleicht der Erste in diesem Amt, der selber als Sternsinger durch die Straßen gezogen ist”, sagt Krämer mit einem Lächeln. Die Freude an der neuen Aufgabe kann und will Krämer jedenfalls nicht verbergen.

Nachfolge von Monsignore Pilz

Natürlich: Dass er die Nachfolge von Monsignore Winfried Pilz antritt, der nach zehn Jahren als Präsident des Kindermissionswerks in den Ruhestand geht, ist seit langem beschlossene Sache. Im Februar tagte die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Sie berief Krämer zum Präsidenten und mit ihm einen Mann, der in Aachen erst rund anderthalb Jahre zuvor ein anderes Amt übernommen hatte.

Ende September 2008 wurde er Präsident des katholischen Missionswerkes Missio Aachen. Damals trat er zwecks Amtseinführung den Weg zum Dom an, und als frisch berufener Präsident des Kindermissionswerks macht er es erneut. Es ist der offizielle Teil, wenn man so will. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat ein Grußwort geschickt, genau wie der Bischof von Luxemburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst. Weihbischof Dr. Johannes Bündgens und Pater Ignaci Siluvia, Missio-Nationaldirektor Indiens, hören den Wortgottesdienst, der vom Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick gestaltet wird.

Letzterer ist es auch, der die Amtseinführung Krämers zum Anlass nimmt, um den Blick auf die Zukunft der Sternsingeraktion zu richten. Die Globalisierung von Wirtschaft und Finanzen könne nicht ohne diejenige von Werten wie Ethik und Moral funktionieren, sagt Schick, der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz als Vorsitzender der Kommission Weltkirche fungiert. Gerade bei dieser Aufgabe leisteten die Sternsinger wertvolle Dienste, weil sie „viel über das Leben in anderen Ländern lernen” und damit „einen Prozess in Gang bringen.”

„Verstärkt motivierend wirken”

Den möchte Krämer natürlich weiterführen. Ohne den beiden Werken, die er nun als Präsident in Personalunion führt, ihre Eigenständigkeit zu nehmen, wie er hervorhebt. Als zentrale Aufgabe sieht er es zudem, die Zahl der Sternsinger, die Jahr für Jahr durch die Straßen ziehen, konstant zu halten - dem demographischen Wandel zum Trotz. Deswegen möchte Krämer „verstärkt motivierend wirken”.

In der Domsingschule ist das gar nicht nötig. Rund 400 Kinder aus den Grundschulen Höfchensweg und Gerlachstraße sind gekommen, um den neuen Präsidenten zu begrüßen. Gemeinsam lachen und klatschen sie bei der artistischen und humorvollen Vorstellung des südafrikanischen Kinderzirkus´ Zip Zap.

Es wirkt, als hätte Klaus Krämer seinen Platz gefunden. Er sagt: „Ich gehe mit großer Freude in diese Aufgabe hinein.” Damals in Stuttgart, als er sich zum ersten Mal mit den Sternsingern auf den Weg machte, wird es nicht anders gewesen sein.
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