Einmal in der Session legt die Penn die Uniform ab

Von: Nina Krüsmann
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Volles Haus: Im Europasaal des Eurogress näherte sich die Stimmung dem Siedepunkt - nicht zuletzt dank... Foto: Andreas Steindl
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... der überaus einfallsreichen Kostümierung der gastgebenden Penn und ihrer närrischen Gästeschar. Foto: Andreas Steindl
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Total flippig: Penn-Kommandant Jürgen Brammertz und sein Vize Georg Cosler (links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sie ist eine der Kult-Veranstaltungen schlechthin, wo sich die Kartenwünsche in den Tagen vorher noch einmal vervielfältigen. „Hast Du vielleicht noch zwei Karten?“ heißt es hier oder „Suche dringend Pennball-Karten“ dort. Kein Wunder, jeder Karnevalsjeck möchte gern dabei sein, wenn die Stadtgarde Oecher Penn zu ihrem großen Ball ins Eurogress einlädt.

Für die Mitglieder der Penn ist es wie für ihre 2500 Gäste ein ganz besonderer Abend. Nachdem sie mit vielen Veranstaltungen den Karneval bereichert haben, am Fettdonnerstag und Freitag im Pennzelt gefeiert und am Samstagmittag das traditionelle Erbsensuppenessen veranstaltet haben, sind auch sie selbst an der Reihe.

„So lange ich denken kann, ist es Tradition, dass wir auf dem Höhepunkt des närrischen Treibens am Karnevalssamstag unsere Uniformen für einen Abend an den Nagel hängen und stattdessen im frei gewählten Kostüm auftauchen“, erklärt Penn-Presseoffizier Dirk Roemer. Somit ist der Merksatz für die Öcher einfach zu behalten: Wenn die Penn ein Kostüm trägt, ist Pennball und sonst der Rest der Session. Nur die Feldmützen bleiben als „Penn-Erkennungszeichen“ bestehen. Und der Orden darf auch nicht fehlen. Kommandant Jürgen Brammertz und einige Kollegen kamen lässig in Jogginganzug, mit Langhaarperrücke und Ghettoblaster auf die Bühne. Vize Georg Cosler trug zum Hawai-Sakko eine originelle Sonnenbrille mit der Jahreszahl der Penn-Gründung.

In der 160. Jubiläumssession ist der Ball sicher nochmal eine ganz besondere Hausmarke. Viele der Soldaten und Rekruten, die sich selbst liebevoll als „Penner“ bezeichnen, haben sich eine besondere Verkleidung oder ein Gruppenkostüm mit mehreren Vereinskollegen ausgedacht. So eine Gruppe jüngerer Vereinsmitglieder, die sich „Sons of Penn“ nennen, sich im Rocker-Style mit schwarzen, eigens bedruckten Westen und Tattoo-Shirts gewandet haben. Schöne Idee, mit der diese Söhne der Penn der Tradition des ältesten und größten Aachener Karnevalsvereins huldigen. Auch viele der Männer, die am Folgetag im Pennzelt als Rekruten auf Puttes und Wachholder vereidigt werden, sind dabei.

Und auch das Publikum lässt der Fantasie für diesen Abend gerne freien Lauf, zeigt sich besonders kreativ bei der Kostümwahl. „Es soll gefeiert werden, deshalb gibt es ebenfalls traditionell auch nur zwei Programmpunkte auf der großen Bühne im Europasaal“, erklärt Brammertz. Auf die Penn-Show unter dem Motto „Die Penn auf Reisen“ ist Brammertz freilich besonders stolz. In ihrer bunten Revue mit Musik und Tanz nimmt sich die Penn selbst auf den Arm. Auch das Marketenderpaar Angelina Schneider und Frank Radermacher präsentierte sich – und der Prinzen aus den vereinseigenen Reihen, Thomas III. (Jäschke) mit Hofstaat und Prinzengarde.

Darüber hinaus ist Tanzen und Schunkeln angesagt zur Livemusik von sechs Bands, darunter Night in Paris, Los Meles, Elan, Eastside und Enjoy. Merrick, vier Musiker aus Südtirol, sind besondere Gäste auf der Penn-Bühne. Sie besuchten bereits den Festakt zum Penn-Jubiläum im November im Rathaus und gehen regelmäßig im Aachener Rosenmontagszug mit. Als Reservisten tragen sie das Weißzeug der Penn.

Neben viel Live-Musik gab es eine zusätzliche Party-Ebene mit DJ-Unterhaltung. Dank ausreichend Sicherheitspersonal und Glasverbot lief die Party ohne Zwischenfälle ab. Aachens größter und buntester Kostümball am Karnevalssamstag begeisterte das närrische Volk bis in die frühen Morgenstunden des Tulpensonntags.

„Der Penn-Ball in heutiger Form ist aus den 50er Jahren. Im Neuen Kurhaus hat er zuerst stattgefunden. Vor dem Krieg gab es auch Bälle der Oecher Penn, die aber meistens nicht am Karnevalssamstag stattfanden“, erklärt Dirk Roemer die Historie der Veranstaltung, die heute vor allem die jungen und jung gebliebenen Jecken anzieht. Und: Der allererste Masken-Ball am Karnevalssamstag fand 1910 im Restaurationsbetrieb Großer Monarch statt. Und Roemer betont: „Mit sechs Bands und zwei DJs ist der Pennball bis heute etwas ganz Besondere in der Aachener Karnevalsszene!“

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