Einladung im Geiste der Gemeinsamkeit

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Stellten das gemeinsame Programm vor: von links Georg Krause, Ewald Vienken, Rolf Schopen und Ulrich Niemann. Foto: Harald Krömer

Kornelimünster. Jesus mit seinen Jüngern am Tisch des letzten Abendmahls. Oder ist es gar nicht diese Gemeinschaft, die auf dem Flyer zum Reformationsjubiläum der evangelischen Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall abgebildet ist?

Sondern eher ein vorweg genommenes Abbild des ökumenischen Agapemahls von evangelischen, katholischen und griechisch-orthodoxen Christen am Pfingstmontag in der Bergkirche St. Stephanus? Das würde den Machern des Programms zum Reformationsjubiläum jedenfalls gefallen. Denn das Gemeinsame hat die Organisatoren in der Zusammenstellung geleitet.

Das beginnt bereits beim Team, in dem sich sowohl Ehrenamtliche wie Amtsträger aus der evangelischen Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall sowie der katholischen Pfarrgemeinde St. Kornelius gefunden haben. Gemeinsam stellten sie ein Programm auf die Beine, das die Reformation sowohl intellektuell als auch sinnlich feiern soll. Und zwar an evangelischen wie katholischen Orten.

Mit den Sinnen erfahrbar wird ganz sicher der schon viele Jahre gemeinsam gefeierte ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag in der Bergkirche, der jetzt durch das Agapemahl – ein gemeinsames Friedensmahl – eine zusätzliche Aufwertung bekommt. „Christus fordert, dass wir gemeinsam Christi Leib in dieser Welt sind. Wir respektieren uns nicht nur, sondern wertschätzen uns“, erklärte der evangelische Pfarrer Rolf Schopen. Und Propst Dr. Ewald Vienken von St. Kornelius ergänzte: „Wir sind gemeinsam herausgefordert angesichts der Gleichgültigkeit und der Abschottungstendenzen auf der Welt.“

Reformationstag

Auch der Gottesdienst am Reformationstag werde ökumenisch gefeiert, „und das ist alles andere als selbstverständlich, auch wenn wir hier in Kornelimünster gern ökumenisch arbeiten und denken“, so Schopen. Für junge Christen egal welcher Konfession nimmt die evangelische Kirchengemeinde schließlich ihren beliebten Jugendgottesdienst „Poetry Slam meets Rockandacht“ in fünfter Auflage wieder auf. Dafür wurde die Gemeinde schon einmal für eine gelungene alternative Gottesdienstform ausgezeichnet.

Wer sich stärker intellektuell mit der Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden befassen will, bekommt drei Vorträge von fundierten Experten unter dem gemeinsamen Titel „Von der Reformation zur Ökumene“ geboten: Martin Obrikat, Pfarrer der Auferstehungskirche in Aachen, referiert zu der Frage „Was ist evangelisch?“, passenderweise im katholischen Pfarrheim „Paradies“; Dr. Thomas Kirchner, Historiker an der RWTH Aachen, nimmt sich die „Aachener Wirren und eine vergessene Reformation“ vor; Kaplan Dr. Andreas Möhlig von der Pfarre St. Sebastian in Würselen geht der Frage nach „Reformation – mehr als Luther?“; der katholische Theologe Thomas Richter von der RWTH befasst sich in seinem Vortrag „Fünf Kirchen, vier Bekenntnisse und eine versuchte Kindesentführung“ mit Vaals als multikonfessionellen Zufluchtsort.

„Unser Zusammenleben sollte durch mehr Kenntnis voneinander gefestigt werden“, wünschte sich Georg Krause, Mitglied des Pfarreirats von St. Kornelius, als Ergebnis der Vortragsreihe. Gegenwart und Zukunft nehmen schließlich Superintendent Hans-Peter-Bruckhoff und der neue Beauftragte für Liturgie und Ökumene des Bistums Aachen, Salvatore DiNoia, bei einem Streitgespräch über die Frage „Wie stehen die christlichen Kirchen heute zueinander?“ in den Blick.

Denn dass es durchaus noch Stolpersteine auf dem Weg in die gemeinsame Zukunft gibt, wissen auch Schopen und Vienken. „Neben dem Verständnis von Abendmahl und Eucharistie ist das sicherlich unser grundlegend anderes Amtsverständnis“, konnte Schopen schnell Trennendes entdecken, um gleich hinterher zu schieben: „Was sagt das Evangelium? Darauf schauen wir gemeinsam. Wir, besonders auch wir evangelischen Christen, sollten uns nicht über Abgrenzung definieren, sondern durch das gemeinsame Nachfolgen von Jesu Christi.“

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