Einige Gymnasien werden überrannt

Von: Stephan Mohne
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Spitze bei den Anmeldezahlen für Gymnasien: 157 Kinder wollten zum St. Leonhard, nur 96 können genommen werden. Viele Interessenten ablehnen musste auch die Viktoriaschule. Am Einhard-Gymnasium will man sich wegen der vielen Anmeldungen ausnahmsweise mit einer fünften Eingangsklasse behelfen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Lange macht man sich als Eltern – oft auch gemeinsam mit dem Nachwuchs – Gedanken: Auf welche weiterführende Schule soll ich mein Kind schicken? Irgendwann und nach reiflicher Abwägung kommt man zu einem Ergebnis – und schreitet zur Anmeldung.

Bitter wird‘s, wenn man dann – meist aus Kapazitätsgründen – eine Absage einstecken und sich neu orientieren muss. Genau das trifft für das kommende Schuljahr enorm viele Eltern und ihre Kinder. Denn einige Schulen sind in der Anmeldephase regelrecht überrannt worden und mussten viele Ablehnungen aussprechen. Am Einhard-Gymnasium will man sich mit einer fünften Eingangsklasse behelfen und hat diese als Ausnahme auch beantragt. Der Schulausschuss stimmte dem Ansinnen am Donnerstag zu.

Das Einhard-Gymnasium verzeichnete 142 Anmeldungen, 2016 waren es noch 110. Mit der fünften Eingangsklasse können nun 140 Kinder dort einen Platz finden. Am St.-Leonhard-Gymnasium müssen indes noch mehr Kinder abgelehnt werden als bereits im Vorjahr. Sage und schreibe 157 Anmeldungen gingen an der Jesuitenstraße ein – die meisten aller zwölf städtischen und privaten Gymnasien.

Da St. Leonhard aber nur drei Eingangsklassen hat und somit maximal 96 Kinder aufnehmen kann, mussten 61 abgewiesen werden. Zumindest einen Teil davon kann das benachbarte Kaiser-Karls-Gymnasium auffangen, das selber 90 Anmeldungen zählt, aber in vier Klassen 116 Kinder aufnehmen kann.

Noch mehr Ablehnungen spricht die Viktoriaschule, das einzige evangelische Gymnasium in Aachen, aus. Auch dort gab es einen Ansturm von 150 Interessenten nach 114 im Vorjahr. Da die Viktoriaschule aber nur 84 neue Schüler aufnimmt, mussten laut den am Donnerstag im Ausschuss von der Stadt vorgelegten Zahlen 66 Eltern eine andere Schule suchen. Über der Aufnahmekapazität von 121 lagen auch die Anmeldezahlen am Bischöflichen Pius-Gymnasium mit 137.

Stark gefragt ist nach wie vor das Couven-Gymnasium mit 142 Anmeldungen, die bei fünf Eingangsklassen alle berücksichtigt werden. Deutlich weniger Anmeldungen gibt es mit 120 zu 159 im Vorjahr am Inda-Gymnasium. Alle Kinder können dort aufgenommen werden. Exakt die gleiche Anmeldezahl wie im Vorjahr verzeichnet das katholische St.-Ursula-Gymnasium mit 85. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat einen deutlichen Aufwärtstrend mit 89 Anmeldungen – im Vorjahr waren es 65. Aufwärts geht die Zahl auch am Anne-Frank-Gymnasiummit 78 (Vorjahr 56). Das Rhein-Maas-Gymnasium hat 73 Anmeldungen (88).

Die private Amos-Comenius-Schule begrüßt wie im Vorjahr 17 neue Schülerinnen und Schüler. Unter dem Strich meldeten 1280 Eltern ihre Kinder an den Gymnasien an (Vorjahr 1212), aber nur 1165 (1169) werden letztlich aufgenommen.

Auch die Realschulen verzeichnen deutlich mehr Anmeldungen. So etwa die Luise-Hensel-Realschule, die von 65 auf 100 springt. Die Hugo-Junkers-Realschule wollen 76 Kinder (Vorjahr 51) besuchen. 32 Anmeldungen gab es an der Alkuinschule (37).

An den Hauptschulen gehen die Anmeldezahlen auf niedrigem Niveau ebenfalls aufwärts – von insgesamt 56 auf diesmal 80. An der GHS Drimborn gibt es 36 und an der GHS Aretzstraße 31. Nur 13 Anmeldungen verzeichnet die GHS Burtscheid. Dennoch will die Politik hier derzeit keine Schließungsgedanken aufkommen lassen. Unter den 80 Aufnahmen an den Hauptschulen sind übrigens 21 Inklusionsschüler – an jeder Schule sieben. Bedeutet beispielsweise für Burtscheid: 13 neue Schüler, davon sieben mit besonderem Förderungsbedarf.

An allen anderen weiterführenden Schulen in Aachen sind es insgesamt 75, davon 58 an den Gesamtschulen, aber nur sieben an allen Gymnasien zusammen und zehn an den Realschulen. An dieser Stelle gab es im Ausschuss dann auch massiven Unmut über dieses krasse Missverhältnis bei der Verteilung. Seitens der Verwaltung wurde erläutert, dass dafür allerdings nicht die Stadt, sondern die übergeordnete Schulaufsicht zuständig ist.

Dort gibt es eine Art „Verteilungskonferenz“, an der aber nur ein städtischer Vertreter teilnehme. Die Politik drückte per Beschluss einmütig aus, dass ihr diese Praxis missfällt und dass daran etwas geändert werden müsse.

Die Gesamtschulen verzeichnen nach der Rekordzahl von 659 im Vorjahr einen leichten Rückgang auf 605 Anmeldungen. Dennoch bedeutet auch diese Zahl, dass es reichlich Ablehnungen geben musste. Was insbesondere einmal mehr für die Brander Gesamtschule gilt, bei der sich 232 Interessenten nach 223 im Vorjahr meldeten. Aufgenommen werden aber „nur“ 162 Kinder in sechs Klassen – 70 weniger also. Bei der Maria-Montessori-Gesamtschule meldeten sich 183 (179) Eltern, auch hier können 162 Kinder aufgenommen werden. Die 4.

Gesamtschule zählte 151 Anmeldungen nach 191 im Vorjahr. An der Heinrich-Heine-Gesamtschule meldeten sich im vorgezogenen Anmeldeverfahren zunächst nur 39 Eltern. Später kamen dann noch 51 hinzu, so dass es nun 90 sind. Aufnehmen könnte die Schule allerdings 162 Kinder. Hier wie auch in Bezug auf die Hauptschule Burtscheid wird derzeit dennoch politisch keine Standortdiskussion geführt.

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