Eine Welt Forum: Schokolade und Wurst wachsen nicht auf den Bäumen

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Mit einer geballten Ladung an neuen Informationen macht das Medienzentrum im Eine Welt Forum auf sich aufmerksam. Dr. Mona Pursey, Promotorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Eine Welt Forum, berichtet über die Idee dahinter.

„Wir existieren zwar schon seit über 30 Jahren, aber entwickeln uns ständig weiter und gehen mit der Zeit. Deshalb haben wir uns digital neu aufgestellt und unsere (Schul)-Programme modernisiert.“

Vorstandsmitglied Jürgen Jansen und Mitarbeiter Michael Neidhöfer haben sich in den letzten Jahren vor allem um den großen Bücherbestand in der Bibliothek gekümmert. Von den über 5000 Büchern wurden knapp 2400 in eine extra eingerichtete digitale Datenbank aufgenommen. „Die meisten Bücher waren einfach nicht mehr aktuell und wir haben sie verschenkt. In der neuen Datenbank erhalten Interessierte Informationen zu den Themen Flucht, Migration, Asyl oder auch Klimawandel – die klassischen globalpolitischen Inhalte“, betont Neidhöfer. Besucher haben zudem die Möglichkeit, sich Bücher auszuleihen und auf der Homepage des Eine Welt Forums Podcasts vergangener Veranstaltungen zu sehen.

Ein weiteres Standbein im Bereich der bildungspolitischen Arbeit sind spezielle Schul- und Lehrmaterialien. Thementaschen, Kisten und Koffer sind zwar schon seit mehr als 20 Jahren im Eine Welt Forum zu bekommen, wurden aber in den letzten Monaten auf den aktuellsten Stand gebracht. So haben jüngere Schulkinder beispielsweise die Möglichkeit, auf „Schoko-Expedition“ zu gehen. Innerhalb eines Koffers bieten die Materialien jede Menge Ideen, um eine handlungsorientierte Projektarbeit zum Thema „Schokolade und fairer Handel“ durchzuführen. Die Unterrichtsmaterialien sind für alle Altersgruppen geeignet und verhelfen zu einem spielerischen Zugang zu weltpolitischen und sozialen Themen.

„Junge Menschen werden immer stärker gefordert, globale Zusammenhänge zu verstehen und mitzugestalten. Mit den verschiedenen Kisten und Koffern können sowohl einzelne Unterrichtsstunden, als auch ganze Projektwochen realisiert werden. Globalisierungsprozesse in Afrika oder auch die Frage, wie man selbst fair und nachhaltig lebt, sind nur zwei Beispiele der Angebote“, sagt Jansen. Apropos nachhaltiges Leben: Das Projekt „Gutes Leben 2.0“ führt Schülerinnen und Schülern vor Augen, wie das eigene Konsumverhalten Auswirkungen auf die Welt hat.

„Wir haben eine Tasche entwickelt, in der mit pädagogischen Konzepten und Spielen Themen wie Nachhaltigkeit und fairer Handel besprochen werden. Ebenfalls interessant ist der „Globale Supermarkt“, innerhalb dessen die Jugendlichen in interaktiven Lerngruppen Zusammenhänge zwischen Konsum, Ressourcen, Klima und Produktionsbedingungen lernen“, erklärt Andrea Milcher, Bildungsreferentin und Sozialarbeiterin innerhalb des Projektes „Gutes Leben 2.0“.

Nicht nur für die Schule, sondern ebenfalls für Veranstaltungen aller Art eignen sich die Angebote des Bündnisses „FAIRhandel(n)“. Die Ausstellung „Jede Medaille hat zwei Seiten“ zeigt die Schattenseiten der Konsumgewohnheiten auf. Auch die Bilder- und Informationsplakate unter dem Motto „Hunger im Überfluss“ widmen sich ähnlicher Thematik. Und innerhalb eines Glücksrads mit globalpolitischen Fragestellungen kann jeder einzelne sein Wissen testen. „Wir möchten keinesfalls mit erhobenem Zeigefinger die Menschen erreichen, sondern auf eine lockere Art und Weise. Wichtig ist aber die Realisierung, dass Schokolade und Wurst nicht auf Bäumen wachsen und dass das eigene Verhalten eben auch Konsequenzen für andere Menschen hat“, resümiert Pursey.

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