Eine Viertelmillion Einwohner: Aachen knackt die Grenze

Von: Robert Esser
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Zum neuen Jahr vermeldet das Aachener Einwohnermeldeamt 251.500 Bürger. Symbolfoto: dpa

Aachen. Nach jahrelanger Aufholjagd hat die Stadt Aachen jetzt die magische Viertelmillion geknackt. Zum Jahreswechsel 2014/15 zählte das hiesige Einwohnermeldeamt 251.500 Bürger. Diese sogenannte wohnberechtigte Bevölkerung umfasst 248.886 Hauptwohnsitze und 2614 Menschen mit Nebenwohnsitz in der Kaiserstadt.

Dies teilte Yvonne Debald, die Abteilungsleiterin Statistik und Stadtforschung, am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Damit kommt Aachen auf 1754 Bürgerinnen und Bürger mehr als im Vorjahr und sogar 6972 mehr als im Rekordminusjahr 2009. Apropos: Es leben 8500 Männer mehr als Frauen in der Stadt – was vor allem auf die traditionell technisch orientierte RWTH zurückzuführen ist. Der Boom bei Studienanfängern schlägt noch weiter durch. Die meisten Kaiserstädter sind zwischen 20 und 24 Jahre alt (11,51 Prozent). Jeder vierte Aachener ist zwischen 18 und 29 Jahre alt (63 049 Menschen).

Damit ist diese Gruppe doppelt so groß wie die der 1- bis 15-jährigen Kinder und Jugendlichen oder die Gruppe der 70- bis 84-Jährigen. Immerhin 2043 Aachenerinnen und Aachener sind über 90 Jahre alt (0,81 Prozent). Generell gilt, dass der Anteil der Senioren wegen der geburtenschwachen Jahrgänge kontinuierlich wächst. Das Einwohnermeldeamt verzeichnete für 2014 exakt 2274 Geburten gegenüber 2392 Sterbefällen, wie Statistik-Chefin Debald aufschlüsselt.

Die 250.000-Einwohnermarke ist eine wichtige Bezugsgröße bei der Bemessung der Schlüsselzuweisungen, die Aachen aus dem NRW-Landeshaushalt erhält. Auch die Größe des Stadtrates und die Besoldungen der Spitzenbeamten bis hin zum Oberbürgermeister fallen entsprechend höher (oder niedriger) aus. Maßgeblich sind hierbei allerdings die Daten des früheren Landesamtes für Statistik in Düsseldorf, das mittlerweile IT NRW heißt. Während IT NRW 2011 noch von 258.189 Aachener Einwohnern ausging und das hiesige Meldeamt gleichzeitig genau 241.722 Hauptwohnsitze verzeichnete, korrigierte der Zensus 2011 die offizielle Einwohnerzahl auf 236 420 nach unten. Eine Stadt – drei Einwohnerzahlen, womöglich zu Lasten des Stadtsäckels.

Wogegen sich Aachen für die Folgejahre per Klage auf dem Rechtsweg wehrt – mit noch ungewissem Ausgang. Warum die statistischen Differenzen so hoch ausfallen, ist ebenfalls unklar. Statistik-Experten vermuten, dies könne mit dem überproportional hohem Studentenanteil und dem Zu- und Wegzug von Ausländern zusammenhängen. Wenn jemand die Stadt nach Anmeldung eines Wohnsitzes wieder verlässt, ohne sich beim Einwohnermeldeamt abzumelden, verbleibt er nämlich zunächst in der städtischen Statistik. Früher sprach man in solchen Fällen von Karteileichen. Ganz sicher ist im Computerzeitalter nichtsdestotrotz, dass die Kaiserstadt seit Jahren deutlich wächst.

„Dass unsere Stadt wächst, ist uns schon länger bewusst, und darüber freuen wir uns natürlich“, kommentierte am Mittwoch Stadtsprecher Bernd Büttgens die aktuellen Einwohnerzahlen. „Das hat mit der Attraktivität der Stadt und ihrer soliden wirtschaftlichen Lage zu tun. Nach außen ist das Überschreiten der 250.000er-Marke ein schönes Symbol für dieses Wachstum“, sagte er.

Übrigens: 39.291 Aachener besitzen einen ausländischen Pass. Wie hoch der Anteil der Aachener mit Migrationshintergrund zum Stichtag 31. Dezember 2014 ist, will Yvonne Debald mit ihrer Abteilung Statistik und Stadtforschung in den kommenden Wochen ermitteln. Dazu sind weitere Berechnungen notwendig.

Entscheidend sei grundsätzlich, dass die Rechnung für die Stadt insgesamt aufgehe, hieß es am gestrigen Mittwoch – und dies nicht nur in finanzieller Hinsicht.

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