Eine Tafel gegen das Vergessen

Von: Günther Sander
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Weihte die Gedenktafel im Rahmen einer kleinen Feierstunde ein: Hermann Wilms, der 1. Vorsitzende des Heimatvereins. Foto: Kurt Bauer

Kornelimünster. Der Heimat- und Eifelverein nutzte den Totensonntag, mit Blick auf die 75. Wiederkehr der Reichspogromnacht zur öffentlichen Widmung am Fuße des Treppenaufgangs zu den Friedhöfen eine Gedenktafel anzubringen. Darauf sind die Namen von 13 Ermordeten, die aus dem Lebenskreis ihres Heimatortes durch rassistische Gewalt herausgerissen wurden, verewigt.

Zu der kleinen Feierstunde konnte Vorsitzender Hermann Wilms zahlreiche Bürgerinnen und Bürger begrüßen. „Mit dieser Gedenktafel soll wachgehalten werden, was in der Zeit der Nazis geschehen ist“, so Wilms.

Bezirksbürgermeister Eberhard Büchel erinnerte in seiner Ansprache an die Reichspogromnacht, wo jenes furchtbare Startzeichen für die Verfolgung und Vernichtung von Millionen Juden gegeben worden sei. „Erreichen wir überhaupt noch mit diesen Veranstaltungen die Menschen und insbesondere die Jugend“, fragte er. „Verblasst nicht die Erinnerung, weil die Zeitzeugen aussterben und immer weniger Opfer das erlebte Grauen weitertragen können in Berichten und Erzählungen?“, gab Büchel zu bedenken. Daher seien Gedenkstätten erforderlich, es müsse Mahnmale geben, die immer wieder daran erinnerten, zu welchen furchtbaren Gräueltaten Menschen fähig waren.

Auch in Kornelimünster seien Juden zusammengetrieben und in Konzentrationslager deportiert worden. Man habe sie zu Menschen zweiter Klasse degradiert, verprügelt und ihnen Hab und Gut abgenommen. „Sicherlich nicht die Mehrheit in unseren Orten, aber die Mehrheit hat geschwiegen, hat sich kopfschüttelnd abgewendet, hat nichts unternommen.“ Da seien die Menschen in unserer Heimat nicht anders als die Menschen im übrigen Deutschland gewesen

Propst Ewald Vienken und der evangelische Pfarrer Harald Fenske gedachten ebenfalls der Holocaustopfer in Gebeten und segneten die neue mahnende Gedenktafel. Dr. Rudolf Wagemann (Heimatverein) ging gezielt auf die Geschichte der Juden in Kornelimünster ein, dabei berief er sich auf Quellen bei der Suche von deportierten Juden aus Kornelimünster, er nannte seine „Zulieferer“ Ernst Hönings, das Aachener Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah und Sebastian Elverfeldt, Experte für das Thema „Juden in Aachen.“ Anschließend fand im Pfarrheim „Paradies“ ein reger Gedankenaustausch statt.

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